Hinter den ruhigen Villenstraßen des 13. Wiener Gemeindebezirks steht ein Ensemble, das auf den ersten Blick wie eine elegante Oase der Zwischenkriegszeit wirkt. Das markante Anwesen der Villa Beer in der Wenzgasse 12 in Wien birgt jedoch eine Geschichte, die fast wie ein Spionagekrimi anmutet.
Vom privaten Wohntraum zum britischen Spionage-Zentrum

Erbaut wurde das Haus in den Jahren 1929 bis 1930 von den renommierten Architekten Josef Frank und Oskar Wlach für die Industriellenfamilie Beer. Das Bauwerk gilt bis heute als Meilenstein der Wiener Moderne, der mit fließenden Raumübergängen und funktionalem Wohnkomfort internationale Architekturgeschichte schrieb. Allerdings währte dieses bürgerliche Leben nur kurz, da die Eigentümer während der NS-Herrschaft ab 1938 flüchten mussten.
Nach Kriegsende beschlagnahmte der britische Geheimdienst das stattliche Anwesen in Hietzing und nutzte es als operatives Hauptquartier. In der turbulenten Besatzungszeit zwischen 1945 und 1955 liefen in den noblen Räumen brisante nachrichtendienstliche Fäden zusammen. Anschließend geriet die Villa jedoch über mehrere Jahrzehnte in Vergessenheit.
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Gefeiertes Comeback und ein renommierter Architekturpreis

Die Rettung gelang schließlich durch eine sorgsame Generalsanierung, welche die Originalsubstanz aus den 1930er-Jahren detailgetreu wiederbelebte. Seit März 2026 steht die Villa im Rahmen von geführten Rundgängen wieder Besuchern offen.
Diese behutsame Wiederbelebung fand nun auch offizielle Anerkennung. Am 23. Oktober 2026 wurde die Restaurierung mit einem großen österreichischen Architekturpreis gewürdigt. Damit besitzt Wien nicht nur ein architektonisches Vorzeigeobjekt der Moderne, sondern auch einen bedeutenden historischen Schauplatz, den ihr bei einem Spaziergang durch Hietzing erkunden könnt.
📍 Ort: Villa Beer, Wenzgasse 12, 1130 Wien
🎟️ Eintritt: Führungen mit Online-Voranmeldung (Details via Website)
🕒 Öffnung: Regulär zugänglich seit März 2026 (Termine laut Buchungskalender)