Wer heute durch Wien spaziert, sieht fast an jeder Ecke eine Billa-Filiale. Doch als Karl Wlaschek den Grundstein für sein Handelsimperium legte, dachte er noch nicht an Wurstsemmeln oder frische Paradeiser.
Am 7. Dezember 1953 öffnete er in der Ziegelofengasse in Margareten sein allererstes Geschäft. Der Raum im 5. Bezirk bot den Wienerinnen und Wienern damals etwas völlig Unerwartetes.
Eine Parfümerie als Keimzelle
Statt Lebensmitteln verkaufte Wlaschek damals Markenartikel aus dem Drogerie- und Parfümeriebereich zu streng kalkulierten Diskontpreisen. Sein Konzept der Selbstbedienung war zu dieser Zeit in Österreich noch völlig unüblich und neu.
Bei unserem Lokalaugenschein in der Ziegelofengasse erinnert heute kaum noch etwas an diesen historischen Verkaufsraum. Die ruhige Wohnstraße lässt auf den ersten Blick nicht erahnen, dass hier vor über 70 Jahren die Basis für einen Milliardenkonzern gelegt wurde.
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Die Geburt des „Billigen Ladens“
Erst Ende der 1950er Jahre nahm der Unternehmer schließlich Lebensmittel in sein Sortiment auf und erweiterte die Flächen. Die berühmte Abkürzung Billa – abgeleitet von „Billiger Laden“ – tauchte sogar erst im Jahr 1961 offiziell auf.
Von der kleinen Diskont-Parfümerie wuchs das Unternehmen rasch auf mehrere hundert Standorte im ganzen Land an. Heute prägt der Name das Stadtbild Wiens wie kaum ein anderer Einzelhändler.