Sobald es wieder warm wird, stehen die Wienerinnen und Wiener Schlange. Ein Stanitzel in der Hand und ab an den Donaukanal oder in den nächsten Park. So schmeckt der Frühling in der Stadt besonders gut. Wir haben euch auf Facebook gefragt, wo ihr euer Eis am liebsten holt. Herausgekommen ist ein Ranking quer durch alle Bezirke, das von komplett zuckerfreien Kreationen bis hin zu den deftigsten Eismarillenknödeln reicht.
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Zuckero

Wer auf den Blutzucker schaut, muss in Wien nicht auf den Eissalon verzichten. Zuckero backt und mixt in der Albertgasse (Josefstadt) und der Breitenfurter Straße (Meidling) komplett ohne raffinierten Zucker. Stattdessen kommt Birkenzucker ins Kugerl. Das Familienunternehmen punktet mit kleinen, gemütlichen Schanigärten, wo ihr euch entspannt durch die Sorten testet. Fast das komplette Sortiment ist vegan und glutenfrei. Die Preise liegen ein bisserl über dem Wiener Durchschnitt, aber dafür bekommt ihr Handwerk, das euch nach zwei Portionen nicht direkt ins Foodkoma schickt.
Eissalon Perugini
Gutes Eis muss in Wien kein Vermögen kosten. Der Eissalon Perugini in der Brünner Straße beweist seit 1998, dass ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis und echte Qualität bestens zusammenpassen. Die Brüder Stefano und Marco Perugini haben hier eine italienische Institution im 21. Bezirk aufgebaut. Eure Community feiert den Salon für die gewaltigen Portionen – ein Kugerl gleicht hier gefühlt zwei normalen. Ihr holt euch euer Stanitzel am besten beim Gassenverkauf und spaziert damit Richtung Wasserpark, oder ihr ergattert einen der wenigen Plätze im kompakten, straßenseitigen Schanigarten.
Veganista
Mit Hafer- oder Sojamilch kann man kein cremiges Eis machen? Die Schwestern Cecilia und Susanna Havmöller haben 2013 mit der allerersten Veganista-Filiale in der Neustiftgasse das Gegenteil bewiesen. Mittlerweile gibt es etliche Standorte in ganz Wien. Hier landen keine tierischen Produkte im Becher, dafür extrem viel Geschmack. Die Sorten wechseln täglich – von Matcha über Basilikum bis zu Schwarzwälder Kirsch. Nachhaltigkeit wird großgeschrieben: Die Löffel und Becher sind komplett biologisch abbaubar. Die Shops haben oft nur winzige Sitzgelegenheiten, weshalb ihr das Eis am besten beim Flanieren durch den Bezirk genießt.
Tichy

Wenn man in Wien über Eis redet, landet man unweigerlich am Reumannplatz. Kurt Tichy hat diesen Salon 1952 eröffnet, und das Retro-Flair der 50er-Jahre strömt noch heute aus jeder pastellfarbenen Ecke. Der Schanigarten auf dem Platz ist riesig, an sonnigen Wochenenden aber trotzdem bummvoll. Neben den Standard-Sorten pilgern die meisten für eine Erfindung aus dem Jahr 1967 nach Favoriten: die Eismarillenknödel. Vanilleeis, ein Kern aus Marillenmark in der Mitte und außen dick in gerösteten Nussbröseln gewälzt. Ziemlich deftig, extrem leiwand und preislich absolut im Rahmen.
Eissalon am Schwedenplatz

Zentraler geht es kaum. Die Familie Molin-Pradel führt dieses Geschäft in seinen Ursprüngen seit 1886 und brachte die venezianische Eistradition direkt an den Donaukanal. Die Auswahl erschlägt einen fast – das Team jongliert täglich mit dutzenden Sorten in der breiten Vitrine. Der Schanigarten liegt direkt an der lauten Straße, hat aber genau deshalb diesen urbanen Großstadt-Vibe. Die Schlangen beim Mitnahme-Schalter reichen oft bis zur U-Bahn-Station, aber die Mitarbeiter schaufeln das Eis im Akkord und mit enormer Geschwindigkeit in die Waffeln.
Eissalon Mauss

Wer in Ottakring unterwegs ist, spaziert früher oder später beim Mauss in der Thaliastraße vorbei. Seit 1969 versorgt die Familie Mauss den 16. Bezirk hier mit kühlem Gelato. Statt auf wilde Geschmacksexperimente setzt man auf traditionelle Rezepturen und echtes Handwerk. Der klassische Schanigarten mit den typischen Wiener Metallsesseln ist der perfekte Ort, um nach einem langen Arbeitstag ein bisserl auszurasten. Preislich bleibt man hier fair und bodenständig. Vor allem das Haselnuss- und Pistazieneis haben im Grätzel längst Kultstatus erreicht.
Eissalon Trento
Ein Sommertag in Wien ohne Alte Donau ist machbar, aber sinnlos – und genauso verhält es sich mit dem Trento in Kaisermühlen. 1978 von der Familie Pelanda am Schüttauplatz gegründet, liefert das Trento klassisch italienisches Gelato. Die weitläufige Terrasse versprüht echten 70er-Jahre-Charme und lädt mit viel Platz zum Sitzenbleiben ein. Neben dem Stanitzel für den Heimweg sind hier vor allem die massiven Eisbecher begehrt. Der perfekte Spot, um den Badetag im Gänsehäufel ganz entspannt ausklingen zu lassen.