Der Naschmarkt im 6. ist alles andere als ein Geheimtipp. Im Gegenteil, hier gehen vor allem Touristen die Gassen auf und ab und setzen sich in die Lokale oder den neuen Naschpark. Wenn ihr es authentischer mögt, solltet ihr euch hingegen lieber in den 16. begeben. Auf den Brunnenmarkt verirren sich kaum Touristen, was allerdings nicht heißt, das hier weniger los ist. Werft euch in das bunte Getümmel und macht euch auf eine kulinarische Weltreise.
Handel seit 240 Jahren

Der Brunnenmarkt entstand 1786 im ehemaligen Wiener Vorort Neulerchenfeld und verdankt seinem Namen dem Auslaufbrunnen, den Kaiser Joseph II. hier errichten ließ. Dieser existiert heute nicht mehr, da an seiner Stelle in den 1870ern die Pferdetram Platz fand. Der Markt hingegen blieb und ist heute einer von nur noch zwei bestehenden Straßenmärkten in Wien. Bis 2005 wurden die Stände nach Marktschluss ab- und am nächsten Tag wieder aufgebaut. Mittlerweile ist die Straße jedoch für den Autoverkehr gesperrt und die Stände bleiben über Nacht stehen.
1897 erhielt der Brunnenmarkt eine Erweiterung: Der Yppenmarkt auf dem heutigen Yppenplatz war einst ein Großmarkt für frische Lebensmittel und verschmolz mit der Zeit mit dem Brunnenmarkt. An dieser Stelle befinden sich auch die einzigen festen Stände des gesamten Markts. Heute ist der Brunnenmarkt mit seinen bis zu 170 Verkaufsständen und 948 Metern der längste in ganz Wien und zählt gleichzeitig aber auch zu den günstigsten.
Vielfältiges Angebot auf dem Brunnenmarkt

Der Brunnenmarkt fühlt sich wie eine Reise quer durch andere Kulturen an. Vor allem die türkische Community ist hier stark vertreten, doch seit ein paar Jahren gibt es auch eine arabische Ecke. Hier bekommt ihr von Burek über Kebap bis hin zu Falafel und Linsensuppe alles, was das Herz begehrt. Auf dem Yppenplatz kommt außerdem in den Genuss von italienischer Küche.
Möchtet ihr statt fertiger Gerichte lieber Zutaten für die heimische Zubereitung, seid ihr auf dem Brunnenmarkt ebenfalls gut versorgt. Duftende Gewürze, farbenprächtiges Obst und Gemüse, sowie frisches Fleisch und Milchprodukte ersteht ihr zu erschwinglichen Preisen. Dabei gehört feilschen zum guten Ton. Besonders günstig kommt ihr mittags auf dem Bauernmarkt oder am Tagesende zum Marktschluss davon. Abgesehen von Lebensmitteln könnt ihr auch Blumen und Sonstiges erstehen.
Der Brunnenmarkt hat Montag bis Freitag von 06 bis 21 Uhr und samstags von 06 bis 18 Uhr geöffnet. Der Bauernmarkt öffnet nur freitags und samstags, jeweils von 06 bis 13 Uhr. Die Restaurants könnt ihr von Montag bis Samstag zwischen 08 und 23 Uhr besuchen. Also lasst euch von der Masse treiben, flaniert die Brunnengasse entlang und lasst euch am Ende eures Besuchs am Yppenmarkt nieder, wo ihr eure Köstlichkeiten verspeisen könnt.