Das WUK (Werkstätten- und Kulturhaus) im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund ist eine echte Institution und ein Fixstern der alternativen Kulturszene Österreichs. Auf dem rund 12.000 Quadratmeter großen, geschichtsträchtigen Areal einer ehemaligen Lokomotivfabrik pulsiert seit nunmehr über vier Jahrzehnten das kreative, soziale und gesellschaftliche Leben der Stadt.
Was lässt sich im WUK entdecken?
Hinter den markanten, historischen Backsteinfassaden verbirgt sich ein faszinierendes Labyrinth der schier unbegrenzten Möglichkeiten. Kulturliebhaber finden hier ein hochkarätiges und spartenübergreifendes Programm vor. Das Spektrum reicht von Konzerten internationaler Indie-Bands und experimenteller elektronischer Live-Acts im legendären großen Saal über zeitgenössische Performancekunst, Theater und zeitgenössischen Tanz bis hin zu spannenden Kunstausstellungen in der hauseigenen Galerie.
Wer selbst schöpferisch aktiv werden möchte, stößt auf eine Vielzahl an offenen Werkstätten. Ob Fahrradreparatur in der allseits bekannten Bike-Küche, Holzarbeiten, Keramik oder Fotolabor – hier wird unter Gleichgesinnten leidenschaftlich getüftelt, repariert und Wissen geteilt. Auch bildungspolitisch und sozial ist das WUK stark engagiert.
Es beheimatet alternative Schulprojekte, Beratungsstellen für Jugendliche sowie wegweisende Initiativen zur Arbeitsmarktintegration. Nicht zuletzt lädt der idyllische, grüne Innenhof im Sommer zum entspannten Verweilen bei gutem Kaffee ein. Das WUK ist eine echte Oase der Ruhe mitten im dichten urbanen Raum.
Von der Besetzung zum legendären Kulturareal

Das WUK ist weit mehr als nur ein gewöhnliches Kultur- und Veranstaltungszentrum. Es handelt sich um ein lebendiges, international beachtetes Denkmal gelebter Basisdemokratie und kollektiver Selbstverwaltung. Seine Entstehungsgeschichte geht auf eine der erfolgreichsten Hausbesetzungen Wiens im Jahr 1981 zurück, als engagierte Aktivisten das vom sicheren Abriss bedrohte Fabriksgelände besetzten und schlussendlich retteten.
Bis heute wird das gesamte Haus basisdemokratisch und selbstverwaltet organisiert. Rund 150 autonome Gruppen, Künstler und Initiativen gestalten das dichte Programm sowie die internen Strukturen aktiv mit. Diese gelebte, bunte Vielfalt schafft einen einzigartigen, barrierefreien Raum für Solidarität, gesellschaftliche Experimente und progressiven Wandel. Hier begegnen sich traditionelles Handwerk, zeitgenössische Hochkultur, politischer Aktivismus und nachbarschaftliches Miteinander absolut auf Augenhöhe.
Das WUK beweist eindrucksvoll, wie aus historischer Industrie-Infrastruktur ein offener, nicht-kommerzieller Freiraum mitten in einer Großstadt entstehen und über Jahrzehnte hinweg erfolgreich wachsen kann. Es bleibt somit ein unersetzbares Herzstück der Wiener Stadtkultur.