Wien besticht nicht nur durch prächtige Jugendstilperlen und hippe Cafés, sondern bietet mit der Donau und den zahlreichen Parks auch grüne Ruheoasen. Wenn euch das an Natur jedoch nicht reicht und es euch aus der Stadt heraus zieht, dann bietet euch auch das Umland idyllische Landschaften, die zum Energie tanken einladen. Egal, ob euch der Sinn nach Bergen, Wäldern oder Seen steht, von Wien aus könnt ihr sie alle gut erreichen. Der Neusiedler See ist längst kein Geheimtipp unter den Ausflugszielen mehr, doch er weist so einige Besonderheiten auf, die ihn einzigartig in Österreich machen.
Über Ländergrenzen hinaus

Der Neusiedler See im Burgenland ist flächenmäßig der größte See Österreichs – und das, obwohl er auch auf ungarischem Staatgebiet liegt. 320 Quadratmeter misst er insgesamt, davon liegen 230 Quadratmeter in unserer Heimat. Trotz seiner Größe ist er sehr flach mit gerade einmal 1,80 Metern an seiner tiefsten Stelle, was eines der Merkmale von Steppenseen ist. Er ist der westlichste Steppensee auf dem eurasischen Kontinent und nur einer von wenigen Vertretern innerhalb Europas.
Tatsächlich unterliegt der Wasserspiegel des Neusiedler Sees starken Schwankungen. Er verfügt über keinen natürlichen Abfluss und speist sich beinahe vollständig aus Niederschlägen. Im Frühling ist der Wasserstand zumeist höher, wohingegen er im August am niedrigsten ist. Da der Neusiedler See so flach ist, kann er in sehr kalten Wintern vollständig zufrieren, was das Eissegeln und sogar das Fahrradfahren auf der Oberfläche ermöglicht. 2017 trug die Eisfläche sogar ganze sechs Wochen lang. Aber natürlich könnt ihr auch zu jeder anderen Jahreszeit Sport am oder um den Neusiedler See machen, wie schwimmen, radeln oder paddeln. Aufgrund der recht windigen Wetterverhältnisse, ist der See auch zum Segeln sehr beliebt.
Bedeutendes Schilfgebiet

Der Neusiedler See ist beinahe vollständig von Schilf umgeben, was ihn nach dem Donaudelta zum größten zusammenhängenden Schilfgebiet Europas macht. Nur bei Podersdorf gibt es einen etwa 2 Kilometer langen Strandabschnitt, auf welchem kein Schilf wächst. Das macht ihn perfekt zum Baden, beispielsweise für Besuchende des Nova Rock.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts breitete der Schilfgürtel sich immer weiter aus und bedeckt knapp die Hälfte der Seeoberfläche, wovon fast 100 Quadratkilometer auf den österreichischen Teil entfallen. Dieser Zuwachs geht auf den gesunkenen Salzgehalt des Wassers infolge von Düngemitteln zurück. Der Schilf ist einerseits von besonderer Bedeutung für die Tierwelt, da er die Heimat für mehrere Vogelarten darstellt. Andererseits kann er aber auch als Rohstoff dienen, der beispielsweise zur Dachdeckung oder Wärmedämmung zum Einsatz kommt.
Euer Besuch am Neusiedler See
Ausflüge an den Neusiedler See lohnen sich das ganze Jahr über. Ob zum spazieren, Volleyball spielen, baden oder entspannen, hier kann jeder und jede eine ordentliche Dosis Natur tanken. Im Sommer finden darüber hinaus auf der Seebühne mehrere Aufführungen statt, denen ihr unter freiem Himmel beiwohnen könnt. Der Neusiedler See ist außerdem sowohl auf österreichsicher als auch auf ungarischer Seite von Nationalparks umgeben. Sowohl der See als auch die umliegenden Parks sind seit 2001 UNESCO-Welterbe.
Von Wien erreicht ihr Neusiedl am See direkt mit dem REX 64 Richtung Eisenstadt in ca. 45 Minuten. Wenn ihr also der Stadt für einen Nachmittag entfliehen wollt, habt ihr hier die perfekte Gelegenheit dazu.