Mitten im 9. Wiener Gemeindebezirk liegt jene Wohnung, in der die Psychoanalyse begründet wurde. Seit 1971 stehen die Türen der historischen Räumlichkeiten im Sigmund Freud Museum Wien, in der Berggasse 19 für die Öffentlichkeit offen. Dabei offenbart sich Gästen nicht nur die ehemalige Arztpraxis, sondern vielmehr ein tiefer Blick in das private Familienleben.
Virtuelle Möbel und historische Praxisräume

In der Dauerausstellung erkundet ihr die original erhaltenen Raumstrukturen, die den authentischen Alltag abbilden, bevor die Familie im März 1938 flüchten musste. Zwar fehlt im berühmten Behandlungszimmer die legendäre Couch, jedoch wurde diese Leerstelle als bewusstes Mahnmal an die Vertreibung konzipiert. Infolgedessen können Gäste das Möbelstück dafür über eine 3D-AR-Installation am Smartphone virtuell projizieren.
Obwohl das Hauptexponat fehlt, liefert die Praxis durch seltene Erstausgaben und Widmungsexemplare greifbare Fakten über die „Talking Cure“. Außerdem zeigen Fotografien von Edmund Engelman aus dem Jahr 1938, wie die Zimmer zuvor im Original eingerichtet waren. Schließlich begegnet ihr in den Privaträumen von Anna Freud auch ihren pädagogischen Arbeitsmitteln, die sie gemeinsam mit Dorothy Burlingham entwickelte.
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Traumdeutung, Home Videos und Konzeptkunst

Während ihr durch das ehemalige Schlafzimmer geht, steht das epochale Werk „Die Traumdeutung“ im Zentrum. Dort lauscht ihr an speziellen Hörstationen mit Originaltexten, die von Schauspielgrößen wie Birgit Minichmayr eingelesen wurden. Ebenso interessant ist die ehemalige Teeküche, weil ihr in diesem Raum private Home Videos aus den 1930er Jahren sehen könnt.
Darüber hinaus erwartet euch im Hochparterre die Dauerausstellung „Verborgene Gedanken visueller Natur“, die bereits 1989 ins Leben gerufen wurde. Hier stehen 12 Konzeptkunstwerke, beispielsweise von John Baldessari und Franz West, im direkten Dialog mit der Historie des Hauses. Demzufolge seht ihr anstelle der Couch ein roh geschweißtes Metall-Pendant, das kritisch auf die einstige Funktion verweist. Bis zum 30. September gelten die Sommeröffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr.
Kulinarik, Museumsshop und Anreise

Nachdem ihr den Rundgang beendet habt, bietet das Café handgemachte, schmackhafte Torten an, die ebenso vegan und glutenfrei bereitstehen. Außerdem gibt es dort regionalen Wiener Sekt, sodass man den Besuch gemütlich abrunden kann. Inzwischen steht euch im Foyer ein umfangreicher Shop mit Büchern offen, den ihr sogar ohne Eintrittskarte betreten könnt.
Bis zum 30. September gelten Sommeröffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr, während ab 1. Oktober 2026 der Dienstag als Schließtag gilt. Der reguläre Eintritt kostet 16,00 €, wobei Inhaber der Niederösterreich-CARD freien Eintritt genießen. Des Weiteren erreicht ihr die Adresse bequem mit der Tram-Linie D oder U2.
📍 Sigmund Freud Museum
🏠 Berggasse 19, 1090 Wien
🎟️ Regular 16,00 € (Frei mit Niederösterreich-CARD)
⏰ Sommer (1.7.–30.9.): täglich 10–18 Uhr | Ab 1.10.2026: Mi–Mo & Feiertage 10–18 Uhr (Di geschlossen)