Mit rund 50.000 Einwohnern war Carnuntum in der Antike eine bedeutende Metropole des Römischen Reiches, und sogar größer und bedeutender als das benachbarte Vindobona, das heutige Wien. Die einst pulsierende Stadt galt als Zentrum politischer Macht, Handel und kultureller Vielfalt. Heute erinnern die archäologischen Überreste zwischen Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich an diese glanzvolle Vergangenheit. Als Teil des Welterbes Donaulimes – der ehemaligen römischen Militärgrenze entlang der Donau – bewahrt Carnuntum ein wichtiges Stück römischer Geschichte.
Von der Weltstadt zum Welterbe
Was einst als römisches Winterlager begann, entwickelte sich zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr. zu einer echten Metropole. Als Hauptstadt der Provinz Pannonia Superior lebten in Carnuntum rund 50.000 Menschen – mehr als im benachbarten Vindobona, dem heutigen Wien. Dank seiner Lage an der Donau und wichtigen Handelsrouten wurde die Stadt zu einem bedeutenden Handels- und Machtzentrum des Römischen Reiches. Kaiser Marc Aurel hielt sich hier auf und schrieb Teile seiner berühmten Selbstbetrachtungen. Außerdem wurden in Carnuntum Kaiser ausgerufen und richtungsweisende Entscheidungen für das Römische Reich getroffen. Nach dem Niedergang der Stadt geriet Carnuntum lange in Vergessenheit, bis die Ausgrabungen Ende des 19. Jahrhunderts begannen.
UNESCO-Welterbe Donaulimes
Vor fast 2.000 Jahren verlief durch Carnuntum die befestigte Nordgrenze des Römischen Reiches. Heute ist der Ort Teil des UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches – Donaulimes“, das sich entlang der Donau von Deutschland über Österreich bis in die Slowakei erstreckt. Nur rund 40 Kilometer östlich von Wien gelegen, zählt Carnuntum heute zu den faszinierendsten archäologischen Ausflugszielen Mitteleuropas. Zwischen den Gemeinden Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg wird die Geschichte des Donaulimes auf eindrucksvolle Weise lebendig.

Carnuntum, eines der bedeutendsten archäologischen Ausflugsziele
Carnuntum ist alles andere als eine gewöhnliche Ruinenstätte. Statt nur auf alte Grundmauern zu schauen, könnt ihr hier ein komplett rekonstruiertes römisches Stadtviertel am Originalstandort erleben – ein Konzept, das weltweit einzigartig ist. Wohnhäuser, eine prächtige Stadtvilla, Händlerläden und sogar eine römische Therme wurden mit antiken Handwerkstechniken wieder aufgebaut. Das Besondere: Die Gebäude sind vollständig eingerichtet, die Fußbodenheizung funktioniert und selbst die Küchen wären sofort einsatzbereit. Beim Spaziergang durch die Straßen hat man fast das Gefühl, die Römer seien nur kurz um die Ecke gegangen.
Zum Gelände gehören außerdem noch viele weitere Highlights. Das beeindruckende Heidentor ist das Wahrzeichen von Carnuntum und der letzte erhaltene Teil eines riesigen Triumphbogens. Gleich zwei Amphitheater zeigen, wie groß die Stadt einst war – eines davon bot Platz für rund 13.000 Zuschauer. Ein Besuch im Museum Carnuntinum lohnt sich ebenfalls: Im größten Römermuseum Österreichs könnt ihr zahlreiche Originalfunde wie Münzen, Statuen, Waffen und Alltagsgegenstände bestaunen und noch tiefer in den Alltag der Römer eintauchen.
Eine Reise in die Antike
Die Römerstadt Carnuntum feiert heuer ihr 30-jähriges Jubiläum und ist von Mitte März bis Mitte November täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Von Wien aus erreicht ihr die Stätte in rund 40 bis 45 Minuten über die A4 und B9. Alternativ bringt euch die S-Bahn S7 direkt nach Petronell-Carnuntum – von dort sind es nur noch etwa 10 bis 15 Gehminuten bis zum archäologischen Park.
Wenn euch die Welt der Antike fasziniert, könnt ihr auch in Wien selbst auf spannende Erlebnisse und Orte treffen. Neben den weltberühmten Sammlungen des Kunsthistorischen Museums (KHM) erwartet euch derzeit ein ganz besonderes Highlight: Im Immersive Center Donauturm entführt euch eine spektakuläre Virtual-Reality-Expedition ins Alte Ägypten. Für einen Moment lasst ihr das moderne Wien hinter euch und erkundet die Welt der Pharaonen – immersiv, interaktiv und hautnah.