Tauscht die bummvollen Wege im Stadtpark gegen richtig viel Platz zum Durchatmen. Ab dem 17. März sperren die Blumengärten Hirschstetten nach der Winterpause wieder auf. Die 60.000 Quadratmeter große Anlage im 22. Bezirk holt uns pünktlich vor Ostern aus dem Wintertief – und das bei komplett freiem Eintritt.
Der heftigste Glow-up Wiens
Habt ihr euch jemals gefragt, woher die abertausenden Tulpen in den städtischen Parks kommen? Die Antwort liegt genau hier. Seit 1860 zieht die Stadt ihre Pflanzen selbst. Was einst als zweckmäßiger „Reservegarten“ begann und 1954 für stolze 54 Millionen Schilling in Hirschstetten neu gebaut wurde, ist heute ein massives Erlebnis-Areal.
Erst 2002 wurde das Gelände offiziell in „Blumengärten Hirschstetten“ umbenannt. Die Gärtner haben allein für diesen Frühling rund eine Million Blumenzwiebeln und 300.000 Frühjahrsblüher in die Erde gebracht. Wenn ihr jetzt im März durch die Wege spaziert, knallen euch Krokusse, Narzissen und frühe Violen entgegen.
Zwischen Zieseln und dem Ostermarkt
Richtig trubelig wird es ab Ende März. Der Ostermarkt fährt wieder hoch – zum Glück mit Fokus auf regionales Handwerk und Schmankerl statt auf billiges Plastik-Spielzeug.
Wer zwischendurch ein bisserl Ruhe sucht, biegt einfach in Richtung der Tiergehege ab. Was viele nicht wissen: Die Blumengärten haben seit 2006 die offizielle Genehmigung als Zoo der Kategorie A. Neben den Ziegen am Bauernhof erwachen genau jetzt die wilden Ziesel auf den Wiesen aus dem Winterschlaf.
„Gekröntes Wurzelwerk“ & Plant-Swaps
Für alle, die in ihrem Altbau im Sommer regelmäßig wegschmelzen oder einfach nur mehr Grün in der Wohnung wollen, ist das heurige Programm extrem relevant. Das neue Jahresthema 2026 lautet „Gekröntes Wurzelwerk“. Im großen Pagodenzelt zeigt eine Info-Ausstellung, was alte Bäume eigentlich fürs städtische Mikroklima leisten.
Die MA 42 hat dafür extra eine eigene Stadtbaumallee gepflanzt. Hier seht ihr live, welche extrem stressresistenten Baumarten in Zukunft unsere hitzegeplagten Straßen kühlen sollen. Auch abseits der Beete tut sich einiges: Freut euch dieses Jahr auf Pflanzentausch-Börsen (perfekt, um Monstera-Ableger zu ergattern), Makrofotografie-Walks, Kräuterführungen und Urban-Gardening-Workshops für euren Balkon.
Die beste Taktik für euer erstes Frühlings-Wochenende
Der Ostermarkt zieht Familien an sonnigen Tagen magisch an. Wenn ihr euch in Ruhe die Baumtafeln anschauen oder einfach ungestört euren Kaffee im Stanitzel: Im kleinsten Café Wiens erhaltet ihr eure Bestellung nur durch das Fenster trinken wollt, spart euch den Sonntagnachmittag. Fahrt lieber gleich in der Früh hin. Die 26er Bim bringt euch fast bis vor den Eingang. Sichert euch eine der Bänke im Indischen Garten, bevor der große Ansturm beginnt.