Das süße Dorf ist in eine malerische Landschaft eingebettet, mit Lage direkt am See und umgeben von Bergen und Wäldern. Gerade einmal 737 Personen leben in diesem beschaulichen Örtchen und doch ist es weltberühmt und touristisch geprägt. Die gesamte Region ist UNESCO-Weltkulturerbe und ist damit einer von nur 20 Orten auf der Welt, der zugleich Natur- als auch Kulturerbe ist. Laut einer Expertenliste von Forbes gehört das Dorf außerdem zu den 50 schönsten auf der ganzen Welt.
Ein Ort mit langer Geschichte

Bereits 5.000 v. Chr. sollen sich in der Region Menschen aufgehalten haben. Ab ca. 1.500 v. Chr. begann vermutlich der Salzabbau. Wann genau eine erste dauerhafte Besiedlung stattfand, lässt sich heute nicht mehr genau nachvollziehen, doch 1311 erhielt der Ort Marktrecht. Spätestens seit dann ist das Dorf durchgängig bewohnt worden.
Bis 1875 war die Ortschaft nicht an das Straßennetz angeschlossen. Wollte man sie erreichen, ging das nur zu Fuß oder über den See. Die Bürger wehrten sich gegen einen weiteren Ausbau der Straße, was schließlich dazu führte, dass hier 1958 der allererste Bürgerentscheid Österreichs gehalten wurde.
1877 später eröffnete am gegenüberliegenden Seeufer die Bahnstation, die per Schiff oder im Winter auch per Motorschlitten erreicht wurde. Auch die Post kam bis 1990 noch per Schiff, was sie zur längsten aktiven Schiffspostlinie in Österreich macht.
Prägung einer ganzen Epoche

Der Bergbau in der Region war von so großer Bedeutung, dass die ältere Eisenzeit von 800 bis 450 v. Chr. nach ihr benannt wurde. Ausschlaggebend war der Fund eines Gräberfeldes nahe des Salzbergs in 1846, dass etwa 1.000 Gräber umfasst. Eisen wurde zu dieser Zeit noch wenig verwendet, daher die Unterscheidung der Eisenzeit in eine ältere und jüngere Epoche. Jedoch spielten Kupfer und Zinn eine zunehmend geringere Rolle.
Die Zeit war geprägt von ausgedehntem Handel, der bis in den Mittelmeerraum reichte, aber auch individuelle Mobilität schien keine Seltenheit. Weiter existierte eine klare soziale Hierarchie, worauf Grabbeigaben hindeuten, sowie das Anlegegen besonders üppiger Hügelgräber. Neben dem Besitz von Eisen war die Familienzugehörigkeit ein bestimmender Faktor, das Geschlecht eher weniger.
Der Name „Hallstattzeit“ kam 1874 vom schwedischen Prähistoriker Hans Hildebrand, inspiriert durch das gefundene Gräberfeld bei Hallstatt. Er schlug damit die Unterteilung der Eisenzeit in die frühere Hallstattzeit und die spätere Latènezeit vor. Diese Unterscheidung ist heute noch gebräuchlich.
Nachbildung in China
Hallstatt ist bei chinesischen Touristen sehr populär. Vor 2020 reisten jährlich 600.000 bis 700.000 Touristen, darunter viele Chinesen, in das kleine oberösterreichische Dorf. Dabei existiert bereits seit 2012 eine Nachbildung in der chinesischen Stadt Luoyangzhen. Auch diese ist bei Touristen sehr beliebt und zieht zahlreiche Besucher an. Der Kern einer Wohnsiedlung innerhalb von Luoyangzhen bildet den Marktplatz, einige Straßenzüge und Gebäude sowie eine Kirche Hallstatts nach. Bewohnt wird die Gegend nicht, aber es finden sich hier verschiedene Geschäfte und gastronomische Angebote.
Hallstatt goes Hollywood

Nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Filmproduzenten erfreut sich Hallstatt großer Beliebtheit. Bereits in den 1950ern wurde hier die Sissi-Trilogie gedreht. Aber auch internationale Produktionen wählten Hallstatt als Schauplatz, wie die südkoreanische Serie „Spring Waltz“ aus 2006 oder die Netflix-Produktion „Nine Perfect Strangers“ mit Nicole Kidman. Der 2025 erschienene John Wick-Ableger „Ballerina“ spielt in einigen Szenen ebenfalls in Hallstatt. Die Gegend des Salzkammerguts bekommt ihr im James-Bond-Film „Spectre“ zu sehen.
Besuch in Hallstatt

Von Wien erreicht ihr Hallstatt innerhalb von drei Stunden mit dem Zug. Es gibt eine Direktverbindung, die täglich vom Wiener Westbahnhof verkehrt. Alternativ nehmt ihr das Auto und fahrt über die A21 sowie die A1.
Hallstatt bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, wie den Rudolfsturm, die Dachsteinkapelle oder die Pfarrkirche. Stattet dem historischen Salzbergwerk einen Besuch ab und lasst euch durch die Stollen führen. Im Anschluss genießt ihr die Aussicht über den See vom Skywalk „Welterbeblick“. Habt ihr stattdessen Interesse an noch mehr Geschichte, geht ins Welterbemuseum oder zur Grabstätte, die der Hallstattzeit ihren Namen verlieh.
Die Umgebung um Hallstatt eignet sich ideal zum Wandern oder zur Erforschung der Höhlen, wie der Mammuthöhle oder der Rieseneishöhle. Sie gehören zu den größten Europas. Auch die Tropfsteinhöhle Kroppenbrüller ist einen Besuch wert. Wer seine Abkühlung lieber unter freiem Himmel sucht, der springt in den See oder sonstigen Wassersport betreiben. Auch zum Radfahren oder für Wintersport eignet sich die Region um Hallstatt perfekt.