Jeder Mensch, der in Wien wohnt, hat ja bereits den Jackpot geknackt und wohnt in der allerschönsten Stadt Europas. Obendrauf kommt die Lage, die dazu führt, dass Wien eine der fotogensten Städte quasi im Vorgarten hat. Die rede ist von keiner anderen Stadt, als Budapest. Sie wird oft als „Paris des Ostens“ bezeichnet, aber eigentlich hat die Stadt diesen Vergleich gar nicht nötig. Während Wien eher die elegante, polierte Cousine ist, gibt sich Budapest bisserl wilder, ungeschminkter und verdammt charmant.
Der Weg rüber ist ein Kinderspiel. Am entspanntesten seid ihr mit dem ÖBB Railjet unterwegs. Die Züge rattern fast stündlich vom Hauptbahnhof los und nach knapp 2 Stunden und 40 Minuten rollt ihr schon im Bahnhof Keleti ein. Wenn ihr früh genug bucht, seid ihr oft schon ab 19,90 Euro dabei. Mit dem Auto dauert es über die A4 etwa genauso lang, aber Parken in Budapest kann ein echtes Gschiss sein.
Prunk, Geschichte und ein bisserl Marodes

Budapest ist die Hauptstadt und zugleich größte Stadt Ungarns mit rund 1,7 Millionen Einwohnern. Die Architektur in Budapest ist eine Wucht. Überall findet ihr diesen Mix aus protzigem Historismus und verspieltem Jugendstil. Das Parlamentsgebäude direkt am Donauufer ist nicht nur riesig, sondern sieht abends beleuchtet fast aus wie ein goldener Palast. Budapest entstand 1873 durch den Zusammenschluss der Stadtteile Buda, Óbuda und Pest. Während ihr auf der hügeligen Buda-Seite mit der Fischerbastei eher die mittelalterliche Geschichte spürt, pulsiert im flachen Pest das moderne Leben in den breiten Boulevards.
Thermen-Hopping und Ruinen-Bars

Budapest ist weltberühmt für seine Heilquellen. Wenn ihr es klassisch mögt, geht ins Széchenyi-Heilbad im Stadtwäldchen – das gelbe Gebäude mit den Außenbecken kennt ihr fix von Fotos. Wer es lieber im Jugendstil-Ambiente mit Mosaiken und Marmor mag, sollte ins Gellért Bad schauen. Kleiner Tipp für den schmalen Geldbeutel: In den lokalen Kantinen (Étkezde) bekommt ihr ein riesiges Menü oft noch für unter 10 Euro, sodass ihr inklusive Öffi-Ticket und einem Bier locker unter 30 Euro Tagesbudget bleibt.
Wenn die Sonne weg ist, zieht es alle ins jüdische Viertel (7. Bezirk). Hier sind die legendären Ruinen-Bars zu Hause. Das sind alte, halbverfallene Hinterhöfe, die mit skurrilen Flohmarkt-Möbeln und Lichterketten in Bars verwandelt wurden. Das Szimpla Kert ist das Original und mittlerweile bummvoll mit Touristen, aber für das erste Mal trotzdem ein Muss.
Unser Tipp für die beste Aussicht

Wenn ihr den Sonnenuntergang ohne die Massen bei der Fischerbastei genießen wollt, spaziert hoch auf den Philosophen-Garten (Filozófusok kertje) am Gellértberg. Dort oben ist es meistens ruhig, ihr habt die ganze Stadt vor euch liegen und könnt in Ruhe die Lichter der Kettenbrücke angehen.
Die beste Zeit ist der Mai oder der frühe Juni. Dann blüht alles, die Schanigärten sind offen und es hat angenehme 20 bis 25 Grad. Im Hochsommer kann der Beton in Pest richtig aufheizen, da kommt ihr ordentlich ins Schwitzen. Auch der September ist leiwand, weil das Licht am Abend dann besonders golden über die Donau fällt.