Die Lebensqualität in Wien gilt als hoch, doch manchmal wird einem die Großstadt zu viel. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Dörfer und Kleinstädte, die ihr auf einem Tagestrip besuchen könnt und Abwechslung ins Stadtleben bringen. Orte wie Perchtoldsdorf versetzen euch in eine andere Welt und lassen euch ein kleines Abenteuer abseits des Alltags erleben. Und auch das Burgenland bietet viele schöne Städte für euren nächsten Ausflug, wobei Rust wiederholt zur schönsten ernannt wurde. In diesem kleinen Örtchen gibt es wirklich allerlei für euch zu entdecken.
Paradies für Störche

Rust im Burgenland zeichnet sich nicht nur durch seine Nähe zum Neusiedler See und seine denkmalgeschützte Altstadt aus, sondern auch durch seine vielen Störche. Im Sommer kehren diese aus Afrika zurück und lassen sich auf den breiten Kaminen der alten Barock- und Renaissancebauten in der Stadtmitte nieder. Tatsächlich verfügt Rust über die größte Weißstorchkolonie des Burgenlands und wird deshalb auch „Stadt der Störche“ genannt. Hier gibt es sogar eine eigene Auffangstation für flugunfähige Störche, die die Mitarbeitenden pflegen.
Etwa 15 Storchenpaare kommen jährlich nach Rust und bekommen Nachwuchs. Wenn dann alle Küken das Licht der Welt erblicken, leben um die 60 Storche in der kleinen Stadt, die selbst gerade einmal über ca. 1.900 Einwohner verfügt. Seit dem 19. Jahrhundert kommen sie nach Rust und wurden im Laufe der Zeit zur Attraktion. Der Storchenverein errichtete am Rathausplatz ein großes Storchennest, vor dem sich Fans der Vögel ablichten lassen können.
Bezaubernde Altstadt Rust

Nicht nur für Storchenliebhaber lohnt sich ein Abstecher nach Rust. Auch abseits der gefiederten Freunde hat die Stadt die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu bieten und steht seit 2001 sogar auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Darüber hinaus wurde Rust mehrfach zur schönsten Stadt im Burgenland gekürt. Der Kern ist geprägt von Barock- und Renaissancearchitektur und besticht mit detailreichen Fresken und eleganten Torbögen. Die bunten Häuser am Rathausplatz bringen Farbe in das Stadtbild. Teile der alten Stadtmauer sind noch erhalten und gliedern sich in die Bauwerke ein.
Das älteste Gebäude der Stadt ist die Fischerkirche, die bereits im 12. Jahrhundert aus den Resten eines römischen Wehrturms entstand. Im 17. Jahrhundert wurde sie durch ihre Integration in die Stadtmauer Teil der Befestigung. Im Inneren könnt ihr reich verzierte Fresken bewundern. Heute dient die Kirche in erster Linie als Museum und als Ausrichtungsort von Kulturveranstaltungen. Von April bis Oktober könnt ihr die Fischerkirche Rust besuchen.
Rust ist außerdem für seinen Weinbau bekannt. Die Stadt verfügt über ca. 450 Hektar Rebland und richtet jährlich die goldene Weinwoche mit eigener Weinkönigin aus. Das International Guitar Festival Rust ist ebenfalls eine jährlich wiederkehrende Veranstaltung, die bereits seit 1999 existiert. Fans des Instruments kommen dabei nicht nur in den Genuss von Live Musik, sondern können Meisterkurse von anerkannten Gitarristen belegen.