Ein gestohlenes Renoir-Gemälde im Wert von 160.000 Euro sorgte vor einigen Jahren für einen spektakulären Kriminalfall, obwohl hier tagtäglich legal Kunstwerke den Besitzer wechseln. Vor einigen Tagen dann ein schickierender Überfall in einer Filiale des Dorotheum. Auch wenn die Überfälle Schlagzeilen machten, beeindruckt der gewaltige Bau im ersten Wiener Gemeindebezirk eigentlich vor allem als größtes Auktionshaus im deutschsprachigen Raum.
Weil hier regelmäßig Millionenbeträge für internationale Meisterwerke fließen, zieht der Ort Kunstsammler aus über 90 Nationen für hochkarätige Bietergefechte an. Die lange Historie dieses Hauses beginnt zwar bereits im Jahr 1707, da Kaiser Joseph I. offiziell das sogenannte Versatz- und Fragamt gründete.

Nachdem die Institution später in ein ehemaliges Wiener Kloster übersiedelte, etablierte sich der heutige historische Name fest in der Gesellschaft. Deshalb finden hier heute beeindruckende 700 Auktionen jährlich statt, bei denen Exponate wie historische Schmuckstücke aus genau 40 verschiedenen Kunst-Sparten unter den Hammer kommen. Zudem prüfen rund 100 erfahrene Kunstexperten tagtäglich die Echtheit der Objekte. Das heutige prunkvolle Palais wurde schließlich im Jahr 1901 von dem renommierten Ringstraßenarchitekten Emil Ritter von Förster vollendet.
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Millionen-Rekorde und eine bewegte Vergangenheit

Seitdem spazieren kunstinteressierte Besucher durch die weitläufigen, neobarocken Schauräume der Hauptstadt, während internationale Bieter um seltene historische Sammlerstücke kämpfen. Beispielsweise erzielte eine antike Taschenuhr kürzlich stolze 1,025 Millionen Euro, was den absoluten Österreich-Rekord für eine Uhr markiert. Folglich spürt man hier die echte Spannung einer Auktion, bevor der Hammer endgültig fällt.
Um das Haus genauer kennenzulernen, könnt ihr dabei direkt im Eingangsfoyer eine spezielle historische Führung buchen. Diese exklusive Tour kostet 200 Euro für bis zu 25 Personen und dauert etwa 90 informative Minuten. Allerdings erfahrt ihr bei diesem Rundgang auch, dass der Betrieb in der Zeit des Nationalsozialismus für den Verkauf von enteignetem Besitz genutzt wurde.
Kurz gesagt steht heute der florierende freie Kunsthandel im Vordergrund, denn moderne Gemälde und klassische Antiquitäten locken täglich ein breites Publikum an. Hier erlebt ihr echte Wiener Kulturgeschichte mit freiem Zugang zu den Schauräumen, fernab der klassischen überlaufenen Museen.
🏛️ Palais Dorotheum
📍 Adresse: Dorotheergasse 17, 1010 Wien
🎟️ Eintritt: Frei (Auktionen), 200 € (für private Gruppenführungen)