Wien besitzt ein riesiges Kulturareal, das jährlich über fünf Millionen Besucher anzieht, obwohl es vor seiner Eröffnung beinahe am politischen Gezänk gescheitert wäre. Was heute als das urbane Wohnzimmer der Bundeshauptstadt gilt, löste einst eine der heftigsten Kulturkontroversen der Zweiten Republik aus. Ursprünglich im Jahr 1723 nach Plänen von Fischer von Erlach als kaiserliche Hofstallungen errichtet, diente der monumentale Komplex ab 1921 als Messepalast für Großausstellungen.
Vom Pferdestall zum Kunst-Hotspot

Zuerst dachte in den 1970er-Jahren niemand an ein weltoffenes Kunstareal, denn die Idee für ein Kulturviertel entwickelte sich erst langsam. Nachdem der Architektenwettbewerb gestartet war, hagelte es allerdings scharfe Kritik aus der Wiener Bevölkerung.
Das Siegerprojekt der Architekten Laurids und Manfred Ortner sah und zwar einen 67 Meter hohen Leseturm vor, den Boulevardmedien prompt als „Museumsmonster“ beschimpften. Bürgerinitiativen liefen Sturm, weshalb die Museen letztlich niedriger gebaut wurden und das MuseumsQuartier Wien erst im Jahr 2001 eröffnen konnte.
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Die geheimen Pläne im Freiraum

Inzwischen feiert das gesamte Areal sein 25-jähriges Jubiläum unter dem passenden Motto „Generation MQ“. Deshalb zeigt die neue Schau „Vision und Widerstand“ ab dem 30. Juni 2026 im MQ Freiraum wichtige historische Dokumente, Original-Architekturmodelle und Skizzen.
Ihr könnt dort sogar großformatige Kreidezeichnungen bewundern, die spannende Vorschläge für die Zukunft zeigen. Dazu gehören eine Photovoltaik-Anlage über dem Staatsratshof sowie ein völlig neuer Zugang zur bekannten Kunsthalle inmitten der Höfe.
Ein Areal im ständigen Wandel

Zudem beweist die Nachhaltigkeitsinitiative „MQ goes Green“, dass die Transformation der Höfe keineswegs abgeschlossen ist. Seit Oktober 2025 ersetzen dauerhafte Bauminseln im Haupthof die alten Töpfe, sodass bis 2030 eine echte Klimaneutralität erreicht wird.
Darüber hinaus steht mit dem Haus der Geschichte Österreich (hdgö) bereits die erste große institutionelle Erweiterung an. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall, um das Zusammenspiel aus Historie und Moderne bei freiem Eintritt zu erleben.
🖼️ Das MuseumsQuartier Wien
📍 Adresse: MQ Freiraum, Museumsplatz 1, 1070 Wien
🎟️ Eintritt: Das MQ-Areal ist kostenlos zugänglich (Ausstellungstickets vor Ort)