Der Fertő-Hanság-Nationalpark im Nordwesten Ungarns fasziniert Naturbegeisterte als ein einzigartiges Mosaik aus weiten Steppen, salzigen Gewässern und mystischen Sumpflandschaften. Gemeinsam mit dem angrenzenden österreichischen Schutzgebiet Neusiedler See-Seewinkel bildet er ein grenzüberschreitendes Naturparadies.
Wegen seiner herausragenden ökologischen Bedeutung und der jahrhundertealten Kulturlandschaft gehört das gesamte Gebiet rund um den Neusiedler See seit dem Jahr 2001 zum offiziellen UNESCO-Welterbe.
Faszination Hanság-Moor und Entdeckungen

Ein ganz besonderer Schatz des Nationalparks ist das historische Hanság-Moor. Dieses einst gigantische, schier endlos wirkende Sumpfgebiet besticht heute durch artenreiche Feuchtwiesen, schattige Erlenbruchwälder und ruhige Kanäle. Bei abwechslungsreichen Entdeckungstouren – sei es auf gut ausgebauten Radwegen, bei geführten Wanderungen zu hölzernen Aussichtstürmen oder auf einer lautlosen Kanufahrt durch die schmalen Schilfkanäle – entfaltet die urwüchsige Landschaft ihren ganz eigenen Zauber.
Neben den geheimnisvollen Moorarealen prägen flache Salzlacken und der riesige Schilfgürtel des Fertő-Sees das verträumte Landschaftsbild. Das traditionelle, reetgedeckte Besucherzentrum Kócsagvár in der Ortschaft Sarród bildet dabei den idealen Ausgangspunkt für lehrreiche Exkursionen in die freie Natur.
Die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt im Fertő-Hanság-Nationalpark

Die biologische Vielfalt des weitläufigen Parks ist überwältigend. Besonders Vogelbeobachter kommen hier voll auf ihre Kosten, da mehr als 300 verschiedene Vogelarten das geschützte Areal als geschätzten Brut-, Futter- oder Rastplatz nutzen. Das stolze Wappentier des Nationalparks, der elegante Silberreiher, lässt sich hier ebenso mühelos beobachten wie der seltene Löffler, der majestätische Purpurreiher und der geschickte Säbelschnäbler.
Auf den weitläufigen Weideflächen begegnet man zudem historischen ungarischen Graurindern, mächtigen Wasserbüffeln, charakteristischen Rackaschafen mit geschwungenen Hörnern sowie den flinken Zieseln.

Auch botanisch besitzt das geschützte Gebiet einen außerordentlichen Reichtum. In den feuchten Wiesen und urigen Moorabschnitten gedeihen seltene Orchideenarten, die streng geschützte Sumpf-Gladiole sowie malerische Seerosen. Auf den salzhaltigen Böden wachsen hingegen hochspezialisierte Halophyten, welche die weite Steppe im Jahresverlauf in faszinierende Farbtöne tauchen. Der Fertő-Hanság-Nationalpark erweist sich somit als ein unschätzbares Refugium, in dem Naturfreunde zu jeder Jahreszeit unvergleichliche Entdeckungen machen können.