Wenn ihr in der U4 Richtung Heiligenstadt sitzt und beim Fenster hinausschaut, kennt ihr diesen vertrauten Anblick ganz bestimmt. Ein massiver, leerstehender Turm ragt in den Döblinger Himmel, die Fenster sind längst vernagelt und das Gebäude wirkt komplett verlassen. Seit unglaublichen 21 Jahren steht der ehemalige APA-Turm nun schon leer und verfällt vor sich hin. Jetzt wird dem bekanntesten Geisterhaus Wiens aber endlich komplett neues Leben eingehaucht.
Ein gigantisches Kunstprojekt für Döbling

Die Stadt Wien, der Grundstückseigentümer Buwog und die heimische Streetart-Organisation Calle Libre haben sich zusammengetan, um den tristen Turm in der Gunoldstraße 14 komplett zu verändern. Dafür haben sie den spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel direkt nach Österreich geholt.
Er wird die komplette Westfassade des Gebäudes mit seinen geometrischen, leuchtenden Mustern versehen. Dabei entsteht ein 1100 Quadratmeter großes Wandgemälde, welches nach der Fertigstellung das größte seiner Art in der ganzen Republik wird. Bennant wird das Werk mit „In Equality“.
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Mehr als nur bunte Farbe: Das Kunstwerk von Okuda San Miguel soll mit seiner extremen Buntheit ein starkes Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Offenheit setzen. Aktuell wird an der riesigen Hausmauer bereits das massive Gerüst aufgebaut, damit der Künstler gefahrlos loslegen kann. In rund drei Wochen soll das gigantische Gemälde am 52 Meter hohen Gebäude dann komplett fertiggestellt sein. Offizielle Präsentation des fertigen Werks ist am 7. Mai 2026.
Vom verlassenen Turm zum neuen Grätzl-Zentrum

Ursprünglich war in dem wuchtigen Hochhaus die österreichische Nachrichtenagentur APA untergebracht, bevor es im Jahr 2005 komplett geräumt wurde. Die Wiener Planungsstadträtin Ulli Sima ist jedenfalls froh, dass in diesen hartnäckigen Leerstand nun endlich Bewegung kommt. Auf dem gesamten 2,5 Hektar großen Areal sollen in den nächsten Jahren nämlich neuer Wohnraum, Arbeitsplätze und frische Grünflächen für das Grätzl entstehen.
Die beste Sicht auf den neuen Farbtupfer: Da das Gebäude direkt beim Verkehrsknotenpunkt Heiligenstadt steht, habt ihr den besten Blick auf die bemalte Fassade, wenn ihr direkt aus dem Bahnhofsgebäude tretet. Sobald das Gerüst in wenigen Wochen fällt, könnt ihr das bunte Treiben am besten von der Muthgasse aus in voller Größe fotografieren. Bis dahin lohnt es sich, den Fortschritt der Arbeiten bei einem kleinen Spaziergang zu beobachten.