Das Schloss sollte ursprünglich eigentlich den Namen „Villa Waldruh“ tragen, man entschied sich letztlich aber für einen anderen Namen. Erbaut wurde es durch Kaiser Franz Joseph I. für seine Gattin Kaiserin Elisabeth im Stil französischer und italienischer Renaissance. Architekt war Carl von Hasenauer, der die Villa im kaiserlichen Jagdgebiet umsetzte. Wir erklären euch die Hintergründe zu dem Schloss und wie ihr es heute besuchen könnt.
Die Geschichte hinter dem Traumschloss

Das Schloss wurde in den 1880er Jahren geplant und erbaut. 1886 war es schließlich bezugsfertig. Die Idee hinter dem Bau war, dass Sissi mehr Zeit in Wien verbringen würde, wenn sie eine schöne Bleibe hätte. Sie war auch diejenige, die der Villa den Spitznamen „Schloss der Träume“ verlieh. Jedes Jahr von der Fertigstellung des Gebäudes bis zu Elisabeths Tod 1898 verbrachte sie einige Zeit im Mai oder Juni in der Villa, um welche herum bis 1890 eine Parkanlage entstand.
In diesem Park wurde 1888 eine Statue errichtet, die dem endgültigen Namen der Villa gewidmet war. Sie wurde von Sissi in Auftrag gegeben und von dem Berliner Bildhauer Ernst Herter aus weißem Marmor geschaffen. Der Götterbote Hermes, den die Statue darstellt, sollte die Villa bewachen und verlieh ihr den Namen „Hermesvilla“. 1911 wurde das Schloss verkauft und ging 1937 schließlich in den Besitz der Republik Österreich über. Während des zweiten Weltkriegs plünderten die Sowjets die Villa. In den 1970er Jahren wurde sie dann nach und nach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Disney und die Hermesvilla
1962 setzte der Regisseur Arthur Hiller den von Disney produzierten Film „Flucht der weißen Hengste“ um, der in Wien gedreht wurde. Der Film handelt von der Rettung der Lipizzanerhengste der spanischen Hofreitschule in Wien durch den österreichischen Offizier und olympischen Reiter Alois Podhajsky. Dieser wird im Film durch Robert Taylor verkörpert. Die Stallungen der Hermesvilla dienten als Drehort für den Film, der 1963 in den USA erschien. Der Film trug wesentlich zum Wiedererwachen des Interesses an der Hermesvilla bei.
Die Hermesvilla heute

Heute ist die Hermesvilla teil des Historischen Museums, weshalb ihr hier regelmäßig Ausstellungen besuchen könnt. Das Schlafzimmer der Kaiserin wurde originalgetreu restauriert und in den kaiserlichen Gemächern wird die Geschichte von Franz Joseph und seiner Frau dargestellt. Sowohl originale Möbel als auch private Gegenstände des adeligen Paars geben Einblicke in ihr Leben. Für 8€ könnt ihr das Schloss besuchen.
Darüber hinaus befindet sich in dem Gebäude das Restaurant Hermes. Hier könnt ihr von Dienstag bis Sonntag von 09 bis 19 Uhr frühstücken oder Österreichische Küche genießen. Verliebte Paare halten hier ihre Hochzeit mit dem Schloss der Träume als Kulisse.
Der Lainzer Tiergarten, in dem der Bau liegt, ist heute öffentlich zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Neben den Tiergehegen bietet der Tiergarten einen Naturlehrpfad, einen Waldlehrpfad und mehrere Spielplätze zum Austoben. Auch an der Hermesvilla selbst befindet sich ein Spielplatz. Die Villa und das umliegende Gelände eignen sich daher perfekt für Familienausflüge, aber auch für kulturell oder kulinarisch Interessierte.