Die Supermarktkette Hofer will ihr Kassensystem ausbauen: Bis Ende 2027 sollen in mehr als 170 Filialen zusätzliche Selbstbedienungskassen installiert werden. Das Unternehmen verspricht sich davon kürzere Wartezeiten und mehr Flexibilität für Kundinnen und Kunden, die nur wenige Artikel kaufen und schnell wieder draußen sein möchten. Der Ausbau betrifft damit einen beachtlichen Teil des Filialnetzes und zeigt, wie stark sich das Einkaufserlebnis im Lebensmittelhandel verändert.
Komfort und Effizienz im Fokus

Selbstbedienungskassen gelten im Handel als Antwort auf zwei Herausforderungen: den Personalmangel und die Erwartung der Kundschaft, ohne lange Schlangen einzukaufen. Wer nur wenige Produkte im Korb hat, scannt und bezahlt selbst, während das Personal an den klassischen Kassen die größeren Einkäufe abwickelt. Für Hofer dürfte das Angebot daher eine Ergänzung und kein Ersatz für die bestehenden Kassen sein. Zudem können Mitarbeitende entlastet und flexibler im Geschäft eingesetzt werden, etwa beim Auffüllen der Regale.
Gegenläufiger Trend in den USA

In den Vereinigten Staaten zeichnet sich ein anderes Bild ab. Händler wie Target fahren ihre Selbstbedienungskassen zurück und beschränken sie in vielen Filialen auf Kundinnen und Kunden mit wenigen Artikeln. Als Gründe werden unter anderem Ladendiebstahl, sogenannter Schwund, sowie Frust bei Kunden über fehleranfällige Geräte und das Gefühl genannt, selbst unbezahlte Arbeit zu leisten. Manche Ketten setzen deshalb wieder verstärkt auf bediente Kassen und persönlichen Service. Der Kontrast zwischen beiden Märkten ist deshalb bemerkenswert: Was hier als Fortschritt verkauft wird, gilt dort vielerorts als Problem.
Ob Hofer aus diesen Erfahrungen Lehren zieht, wird sich zeigen. Entscheidend dürfte sein, wie zuverlässig die Technik arbeitet und wie die Kundschaft das neue Angebot annimmt. Auch die Frage, wie sich Diebstähle verhindern lassen, ohne ehrliche Kunden unter Generalverdacht zu stellen, wird eine Rolle spielen. Am Ende muss sich der Ausbau auf lange Sicht für beide Seiten lohnen: für das Unternehmen ebenso wie für die Menschen, die täglich dort einkaufen.