Österreich ist das Land der Musikkultur und traumhaften Natur. Durch das Vermächtnis der Kaiserzeit sind rund um Wien so viele sehenswerte Orte entstanden, dass sich Tagesausflüge in die Region sehr lohnen. Ein ganz besonderer Tipp ist das Kloster Benediktinerstift Admont: Es ist fast 1000 Jahre alt und beherbergt die weltgrößte Klosterbibliothek. Wir verraten euch, was ihr über diesen bewegenden Ort wissen müsst.
Ein Kloster als Mittelpunkt Österreichs
Das Benediktinerstift Admont ist das älteste bestehende Kloster der Steiermark und wurde im Jahr 1074 durch Erzbischof Gebhard von Salzburg gegründet. Die Gründung geht auf eine Stiftung der heiligen Hemma von Gurk zurück, deren Güter dem Kloster zugrunde liegen. Dabei gab es auch eine bekannte Gründungslegende: Demnach sollte das Stift eigentlich auf der Nordseite der Enns gebaut werden, aber wegen Hochwassergefahr verlegte man es auf die sichere Südseite.
Bei seiner Entstehung war das Kloster nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern wurde im Mittelalter zu einem kulturellen und wissenschaftlichen Mittelpunkt im süddeutsch-österreichischen Raum. Hier entstand eine Schreibschule und das Skriptorium, das einzigartige Handschriften hervorgebracht hat. Abt Engelbert von Admont (1297-1327) wurde als vielseitiger Gelehrter bekannt und hinterließ über 40 Werke.
Und auch aus feministischer Sicht machte das Kloster Benediktinerstift von sich reden: Bereits 1120 wurde ein Frauenkloster nach der Benediktusregel angegliedert, das wegen seiner gebildeten Nonnen berühmt war und bis zur Reformation bestand.
Ein achtes Weltwunder: Die berühmte Bibliothek
Die Stiftsbibliothek von Admont gilt als größter klösterlicher Büchersaal der Welt und wird oft als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Sie beherbergt über 200.000 Bücher, darunter 1.400 Handschriften und 530 Inkunabeln. Der Bibliothekssaal ist ein Meisterwerk des Spätbarocks mit sieben Kuppeln und 48 Fenstern. Besonders beeindruckend sind die Skulpturen von Josef Stammel, darunter die berühmten „Vier letzten Dinge“.
Dass wir diese berühmte Bibliothek heute noch besichtigen können, ist pures Glück: 1865 zerstörte ein Großbrand fast die gesamte Klosteranlage, doch der prachtvolle Bibliothekssaal blieb wie durch ein Wunder verschont. Auch während der NS-Zeit erlebte das Kloster Benediktinerstift dunkle Zeiten. Das Stift wurde 1939 enteignet und als „volks- und staatsfeindlicher Besitz“ von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Erst als der Krieg endete, kehrten die Mönche 1945 zurück.
Gegenwart und kulturelle Bedeutung
Das Stift Admont ist bis heute aktiv: Das Kloster hat sich immer wieder dem Zeitgeist geöffnet und ist ein international relevantes Zentrum für Spiritualität, Kultur und Wirtschaft. Nicht nur die prächtige Bibliothek kann besichtigt werden, seit 2003 findet ihr dort auch ein Großmuseum. Dieses zeigt Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Daneben bietet das Museum Stift Admont mehrere Ausstellungen: Es gibt naturhistorische Museen, Kunst- und Geschichtsmuseen, sowie wechselnde Sonderausstellungen zu zeitgenössischer Kunst. Sehenswert ist auch der Klosterpark sowie die spätgotische Stiftskirche. Nehmt an Führungen zu Geschichte und Spiritualität teil und entdeckt dieses bedeutende Kulturerbe. Die gesamte Anlage ist für Kinder geeignet und barrierefrei zugänglich. Öffnungszeiten sind täglich (außer Montag) von 10 bis 17 Uhr.