Nachdem Neujahrskonzert am 01. Jänner steht uns nun das nächste musikalische Großereignis in unserer Stadt bevor. Der Wiener Opernball findet heuer am 12. Februar statt und bildet den Höhepunkt der Ballsaison. Hier treffen österreichische und internationale Berühmtheiten aufeinander und tanzen gemeinsam durch die Nacht. Normalsterbliche verfolgen das Spektakel hingegen am TV. Heuer gibt es zum üblichen Programm auch Neuerungen, auf die ihr gespannt sein könnt.
Lange Tradition mit dunklem Kapitel

Der Wiener Opernball hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Inspiriert durch die Pariser Opernbälle des 18. Jahrhunderts, gaben die Mitarbeitenden der Hofoper anschließend an den Wiener Kongress in 1815 erste Tanzveranstaltungen. Der erste Opernball im eigentlichen Sinne fand 1877 statt, trug jedoch den Namen Hofoper-Soirée. Dirigenten waren Johann Strauss und sein Bruder Eduard. Letzterer brachte mit seiner Polka das Publikum zum tanzen und damit war aus der Soirée ein Ball geworden.
Sie fand daraufhin zwei bis drei Mal im Jahr statt und trug alsbald den Namen Redoute, was sich später in Opernredoute änderte. Der erste Wiener Opernball, der auch so hieß, wurde 1935 durch das austrofaschistische Regime organisiert. Er diente als Propagandamittel und sollte ein positives Bild nach Außen malen. Seither findet er immer am letzten Donnerstag im Fasching in der Wiener Staatsoper statt.
Nach dem Anschluss kam es zu einer Neuverfilmung der Operette „Der Opernball“, deren Schauplatz die Nationalsozialisten von Paris nach Wien verlegten. Sie wollten den Schein wahren, dass der Opernball in seiner jetzigen Form im vorigen Jahrhundert wurzelte. Während des Kriegs und der Besetzung Österreich, fiel der Wiener Opernball aus. Erst 1956 wurde er wieder veranstaltet und ist seitdem eine jährlich wiederkehrende Tradition.
Der Ablauf des Wiener Opernballs

Bereits zwei Abende vor dem eigentlichen Ball setzt die Staatoper ihr Programm aus, sodass die Aufbauarbeit durchgeführt werden können. Die Bestuhlung wird abmontiert und ein Tanzboden verlegt, der eine Ebene mit der Bühne bildet. Die Gäste können dann auf insgesamt 850 Quadratmetern ausgelassen tanzen. Mittwochabend üben die Beteiligten den Ablauf in der Generalprobe ein letztes Mal, bevor es am Donnerstag dann zur großen Eröffnung kommt. Die Choreografie für diese übernimmt seit 2009 jedes Jahr eine andere Tanzschule aus einem anderen Bundesland. Heuer zeichnet sich die Tanzschule Santner aus Oberösterreich wieder verantwortlich.
Dieses Jahr könnt ihr euch in der Eröffnung erstmals auch auf ein paar Musical-Nummern freuen. Dies ist eine Neuheit auf dem Wiener Opernball. Ihr bekommt unter anderem „Maria“ und „Tonight“ aus der West Side Story zu hören. Der Walzer Nr. 2 und Verdis Brindisi sind ebenfalls Teil der großen Eröffnung, in der Orchester, Ballett und Sänger alles für euch geben. Auch die Debütantenpaare haben hier ihren großen Auftritt. Die Frauen tragen dabei alle eine Tiara, die seit 1956 von Swarovski entworfen wird.
Der ersten Tanz gibt es dann zum Donauwalzer. Die Eröffnung beginnt um 22 Uhr und dauert ca. 50 Minuten. Im Anschluss können die Gäste auf neun Stockwerken auf fünf Tanzflächen zu 16 Genres tanzen. Um 00, 02 und 04 Uhr gibt es dann noch jeweils eine Quadrille, bevor der Wiener Opernball schließlich um 05 Uhr morgens endet.
Wer kommt zum Wiener Opernball?
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Der Opernball ist ein wahrer Promi-Magnet. Iris Law, Model und Tochter von Schauspieler Jude Law, ist dieses Jahr der Swarovski Stargast. Weitere anwesende Models werden Adriana Karembeu und Nadine Mirada sein, welche bereits für Victoria’s Secret über den Laufsteg schritt. Außerdem sollen Fran Drescher in Begleitung von Peter Marc Jacobson kommen, ebenso wie The Boss Hoss, Simone Thomalla, Sharon Stone, Oliver Pocher und Sandy Meyer-Wölden. Und wer weiß, vielleicht überrascht uns ja auch Pedro Pascal mit einem Besuch, nachdem dieser erst neulich in einem Wiener Restaurant gespeist hatte.
Neben geladenen Gästen und prominenten Persönlichkeiten, habt auch ihr die Möglichkeit, die Veranstaltung zu besuchen. Karten für den Wiener Opernball sind heiß begehrt und schnell ausverkauft, jedoch gibt es seit dem 02. Februar die Möglichkeit, retournierte Tickets zu erwerben. Diese kosten 410€, wobei 35€ davon als Spende dienen. Damit erhaltet ihr Zutritt zu allen Ballbereichen, allerdings nicht zur Eröffnung. Diese könnt ihr nur über einen Bildschirm verfolgen, es sei denn, ihr zahlt zusätzliche 100 bis 250€ für Zuschauertickets. Wer einen Tischplatz will, muss sogar ganze 640€ hinblättern; die Logen beginnen bei stolzen 19.000€.
Seid ihr nur an der Eröffnung interessiert, könnt ihr auch zur Generalprobe kommen. Hier kostet ein Stehplatz 40€. Am günstigsten kommt ihr aber weg, wenn ihr den Wiener Opernball im TV verfolgt. ORF 2 und 3Sat übertragen die Veranstaltung live für euch am Donnerstag, den 12. Februar ab 20:15 Uhr. Dann geht es los mit der großen Promischau, bevor die eigentliche Eröffnung um 22 Uhr ansteht. Falls ihr keinen Fernseher habt, könnt ihr das Event auch im Livestream über ORF ON schauen.