Mit den sinkenden Temperaturen beginnt in Wien die ruhige Jahreszeit für die städtischen Brunnen. Sie werden eingewintert, das heißt entleert, gereinigt und frostsicher gemacht, damit Kälte und Eis keine Schäden an Becken, Leitungen und Figuren anrichten. Dabei wird jeder Brunnen einzeln kontrolliert und winterfest gemacht.
Auch Trinkbrunnen machen Pause

Davon sind auch die rund 1800 Trinkbrunnen der Stadt betroffen. Damit das Wasser in den Leitungen nicht gefriert und Rohre platzen, wird die Zufuhr abgedreht und die Anlagen werden entleert. Erst im Frühjahr, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, gehen sie wieder in Betrieb. Bis dahin müssen Passanten auf den kostenlosen Schluck Wiener Hochquellwasser verzichten.
Hochstrahlbrunnen wird saniert

Der berühmte Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz erwartet dagegen eine deutlich längere Auszeit: Ende 2027 beginnt seine umfassende Sanierung. Erst zum Start der Brunnensaison 2029 soll das Wahrzeichen wieder in Betrieb gehen. Die lange Dauer deutet darauf hin, wie umfangreich die Arbeiten an dem Bauwerk sein werden. Wien muss damit einen kompletten Sommer ohne den imposanten Wasserstrahl auskommen.
Die Geschichte des Brunnens reicht weit zurück. Eröffnet wurde er im Oktober 1873 anlässlich der Inbetriebnahme der I. Wiener Hochquellenwasserleitung, die erstmals frisches Quellwasser aus den Alpen in die Stadt brachte. Der Brunnen war ein sichtbares Symbol dieser Errungenschaft. Der Strahl stieg bis zu 30 Meter in die Höhe und führte den hohen Druck der neuen Leitung eindrucksvoll vor. Entworfen wurde die Anlage von Anton Gabrielli. 1906 kam eine farbige Beleuchtung hinzu, die den Brunnen auch abends zum Publikumsmagneten machte. Seit 1945 steht hinter ihm das sowjetische Heldendenkmal, was ihm zusätzlich eine politische Dimension verleiht.
Für alle anderen Brunnen ist die Pause aber kurz. Mit dem Frühjahr startet die neue Saison, dann sprudeln sie wieder in Parks und auf Plätzen, spenden Kühle an heißen Tagen und laden zum Verweilen ein. Der Hochstrahlbrunnen wird sich bis zur Brunensaison 2029 gedulden müssen.