Am Siebenbrunnenplatz in Wien-Margareten bleiben die Lichter im Café Siebenbrunnen aus. Seit dem 16. Oktober 2026 hat das legendäre Café Siebenbrunnen nach 45 Jahren Betrieb endgültig zugesperrt. Viele Stammgäste sind traurig um das traditionsreiche Margaretner Beisl, das seit 1981 den Bezirk prägte.
Ein Jahr Suche nach einem Nachfolger
Hinter dem plötzlichen Aus steckt keine behördliche Schließung, sondern eine bewusste Entscheidung von Betreiber Patrick Holzinger. Er suchte über ein ganzes Jahr vergeblich nach einem geeigneten Nachfolger für das Lokal und beendete daraufhin den bestehenden Mietvertrag.
Der Gastronom, der das Lokal mit 25 Jahren übernommen hatte, setzt seine Prioritäten neu und möchte mehr Zeit für seine zwei Kinder haben. Neben dem Kaffeehaus schloss folglich auch die angeschlossene Pizzeria Maria Rosa in der Reinprechtsdorfer Straße 29.
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Vom 99-Cent-Bier zur Schlagerbühne auf Mallorca

Das Lokal galt im Viertel als verlässliche Anlaufstelle für gesellige Runden mit holzvertäfelten Wänden und rustikalen roten Polsterbänken. Weit über Margareten hinaus sprach sich das Beisl durch spektakuläre Aktionen wie 99-Cent-Bier und Aperol Spritz um € 0,99 herum. Zudem diente die Gaststube dem Sender ATV als bekannter Drehort für „Drunk Dates“ mit über 1 Promille bei den Protagonisten.
Für Patrick Holzinger beginnt nun allerdings ein völlig neues Kapitel unter spanischer Sonne. Bereits seit dem Frühjahr 2026 zieht es den Wiener regelmäßig nach Mallorca, wo er als Partyschlager-Sänger „Bierprinz“ das Publikum unterhält. Nach Auftritten beim Newcomer-Contest im Megapark an der Playa de Palma tauscht er die Schank endgültig gegen Live-Auftritte auf Mallorca ein.
Was am Siebenbrunnenplatz bleibt
Mit dem Abschied verliert der fünfte Bezirk ein Stück Wiener Kaffeehaus- und Beislgeschichte, das über vier Jahrzehnte Nachbarschaftsleben prägte. Während die Zukunft des Geschäftslokals an der Ecke derzeit noch völlig offen ist, bleibt den Gästen die Erinnerung an 45 Jahre Geselligkeit. Ein solches Beisl mit günstigen Preisen und echtem Wiener Schmäh wird in Margareten schmerzlich fehlen.