Mitten im 13. Wiener Gemeindebezirk verbirgt sich ein architektonisches Gustostück. In der Wattmanngasse 29 steht das berühmte Schokoladenhaus, das der Architekt Ernst Lichtblau im Jahr 1914 für das Fabrikanten-Ehepaar Julius und Rosa Spitz errichten ließ. Ob beim Sonntagsspaziergang oder auf einer Architektur-Tour durch Hietzing – dieses denkmalgeschützte Juwel zeigt euch, wie kühn und verspielt Wiens Baukunst kurz vor dem Ende der Monarchie war.
Geschichte trifft Design: Ein echtes Meisterwerk der Wiener Moderne

Wer vor dem Gebäude steht, versteht den Spitznamen sofort. Die dunkelbraun glasierten Majolika-Kacheln der Wiener Keramik von Bertold Löffler und Michael Powolny verleihen der Fassade den Look einer edlen Zartbittertafel. Lichtblau, ein begabter Schüler von Otto Wagner, kombinierte hier den späten Jugendstil mit geometrischen Elementen, die dem Haus bis heute seine unverwechselbare Aura verleihen.
Fassade mit Reliefs und verborgenen Details
Schaut beim nächsten Halt ganz genau auf die kunstvollen Reliefs. Die Terrakotta-Fliesen erzählen mit ihren antiken Motiven, Putten und Weinreben kleine Geschichten. Sie fangen das Sonnenlicht so ein, dass die Fassade je nach Tageszeit in tiefen Schokotönen schimmert.
Spaziergang durch das historische Hietzing

Weil sich das Schokoladenhaus heute im Privateigentum befindet und nicht von innen besichtigt werden kann, lohnt sich der Blick von außen umso mehr. Verbindet euren Stopp am besten mit einer Runde durch das Villenviertel, vorbei an geschichtsträchtigen Bauten und schattigen Alleen direkt in Richtung Schönbrunner Schlosspark.
Mit den Öffis nehmt ihr die Straßenbahnlinie 60 bis zur Station Jagdschloßgasse und spaziert von dort rund vier Minuten zu Fuß. Mit dem Auto fahrt ihr über die Hietzinger Hauptstraße in die Wattmanngasse, beachtet dabei jedoch die flächendeckende Kurzparkzone des Bezirks.
- Ort: Wattmanngasse 29, 1130 Wien
- Datum und Uhrzeit: Ganzjährig, täglich rund um die Uhr (Außenbesichtigung)
- Dauer: Ca. 15 bis 30 Minuten
- Kosten: Kostenlos