Der Nasenweg ist weit mehr als nur ein Wanderpfad, er ist eine Wiener Institution. Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt er der markanten geologischen Form des Berges, der sogenannten „Nase“, die an dieser Stelle steil zum Donauufer abfällt. Wer diesen Weg beschreitet, entscheidet sich für eine der intensivsten und zugleich lohnendsten Wandererfahrungen im Wienerwald.
Die Geschichte des Weges reicht weit zurück. Bereits um das Jahr 1800 ließ der Feldmarschall Charles Joseph de Ligne den ursprünglichen, wilden Jagdsteig zu einem befestigten Pfad ausbauen. Sein heutiges Gesicht erhielt der Nasenweg jedoch erst viel später. Im Jahr 1877 übernahm der Österreichische Touristenklub (ÖTK) die Pflege und baute ihn zum „Promenadeweg“ aus. Eine umfassende Neugestaltung erfolgte schließlich 1936 im Zuge des Baus der Wiener Höhenstraße. Dabei wurden die charakteristischen Aussichtskanzeln und die massiven Treppenanlagen integriert, die den Weg bis heute prägen und ihn sicher begehbar machen.
Ein knackiger Aufstieg auf dem Nasenweg

Der Aufstieg ist kurz, aber fordernd. Auf einer Distanz von nur etwa 1,5 Kilometern überwindet man rund 250 Höhenmeter. Mit einer Steigung von bis zu 70 % in den steilsten Abschnitten und insgesamt über 300 Stufen bringt der Weg auch geübte Wanderer schnell ins Schwitzen. Da der gesamte Pfad jedoch durchgehend asphaltiert oder gepflastert und mit stabilen Geländern gesichert ist, sind keine speziellen technischen Vorkenntnisse nötig – eine gute Grundkondition ist jedoch von Vorteil.
Das Panorama am Gipfel

Die Anstrengung wird belohnt, sobald man das Plateau des Leopoldsbergs auf 425 Metern Höhe erreicht. Von den Aussichtsplattformen aus bietet sich ein unvergleichliches Panorama. Der Blick schweift über das weite Donaubecken, die Donauinsel und die gesamte Wiener Stadtkulisse bis hin zu den fernen Gipfeln der Alpen an klaren Tagen. Neben der Natur wartet auch Kultur: Die historische Burg am Leopoldsberg und die barocke Leopoldskirche erinnern an die bewegte Geschichte des Ortes, insbesondere an die Befreiung Wiens im Jahr 1683. Der Nasenweg bleibt somit eine perfekte Mischung aus sportlicher Herausforderung und historischem Streifzug.