Österreich brüstet sich gerne mit seinen Komponisten. In Wien gibt es gleich mehrere Denkmäler, die großen Namen wie Mozart oder Strauss gewidmet sind und nicht zuletzt feiert das Neujahrskonzert im Jänner im wieder aufs Neue die gesamte Strauss-Dynastie. Auch anderorts findet man die Spuren der Komponisten unseres Landes, etwa in Salzburg oder in Eisenstadt, der Hauptstadt des Burgenlands. In letzterer wirkte Joseph Haydn über Jahrzehnte hinweg und ist heute noch der Stolz des Stadt.
Ungarischer Adel und österreichischer Komponist

Eisenstadt gehörte lange Zeit zum ungarischen Königreich, bevor die Habsburger sie als Pfand erlangten. Im 18. Jahrhundert ließ sich hier schließlich die ungarische Adelsfamilie Esterházy nieder, die Eisenstadt zu ihrem fürstlichen Hauptsitz erkor. Infolgedessen entstand aus der alten Wehrburg das Schloss Esterházy im Zentrum, dessen prunkvolle Räume und weitläufige Parkanlage ihr heute besuchen könnt.
1761 bestellte die Familie den Komponisten Joseph Haydn als Hofkapellmeister nach Eisenstadt. In dieser Funktion komponierte er nicht bloß Stücke, sondern leitete ebenso das Orchester und die Oper. Er selbst sagte, dass er aufgrund fehlender anderer musikalischer Einflüsse in dieser Zeit gezwungen war, originell zu werden. In dieser Zeit entwickelte er sich musikalisch weiter und erlangte mehr und mehr Anerkennung. Er freundete sich mit Mozart an und bliebt bis 1789 der Familie Esterházy treu. Das Haydn-Haus in Eisenstadt, in dem er 12 Jahre lang lebte, beherbergt heute das Haydn-Museum.
Elegantes Eisenstadt

Auch abseits des Haydn-Hauses und des Schloss Esterházys ist Eisenstadt einen Ausflug wert. Im Schlosspark unternehmt ihr ausgedehnte Spaziergänge und bewundert den Leopoldinentempel, der über einer Grotte am Weiher emporragt. Mit seinen runden weißen Säulen mutet er griechisch an, ebenso wie die Gloriette am Fuße des Leithagebirges. Das Gebirge selbst eignet sich ideal für eine Wanderung.
Weitere Highlights in Eisenstadt sind die Bergkirche und der Klavarienberg. Die Bergkirche wird auch Haydn-Kirche genannt und beherbergt das Haydn-Mausoleum. Am Klavarienberg wiederum verfolgt ihr auf Stiegen, in Kapellen und in Nischen die Passion Christi. Anders als andere Klavarienberge verfügt dieser nicht nur über vierzehn, sondern 24 Stationen. Nach dem Ausflug auf den Berg kehrt ihr zurück ins Stadtzentrum, wo ihr durch die Gassen schlendert und in einem Café einkehrt. Und vielleicht bestellt ihr euch hier, wie sollte es anders sein, ein Stück Esterházy-Torte.