Seit Anfang Juni war der junge Elch Emil unterwegs und sorgte für mediales Aufsehen. Es gibt nur wenige Elche in Polen und Tschechien, in Österreich sind sie gar nicht heimisch. Im August wurde er schließlich das erste Mal in Österreich gesichtet und streifte gut einen Monat durch das Land, bevor er am 22. September schließlich betäubt werden konnte. Nun wurde er an die Grenze zu Tschechien gebracht.
Die Wanderung von Elch Emil durch Österreich
Am 02. Juni wurde Emil das erste Mal in Opava in Tschechien gesichtet. Vermutlich war er in Polen aufgebrochen und hat sich von dort Richtung Tschechien aufgemacht. Junge Elche begeben sich zuweilen auf Wanderung, um einen geeigneten Lebensraum zur Paarung zu finden. Von Tschechien erreichte Elch Emil die Slowakei und dann schließlich Österreich, wo er am 18. August das erste Mal gesehen wurde. Auf seiner Wanderschaft wurde er immer wieder fotografiert und gefilmt und es gibt sogar einen „Wo ist Emil?“-Tracker, der die Sichtungen verzeichnet und seine Route nachvollzieht.
Während Emils Reise durch Österreich sorgte er das eine und das andere Mal für Aufruhr. Am 06. September hielt er sich im Gleisbereich nahe des Hauptbahnhofs St. Pölten auf, was zu einer mehrstündigen Aussetzung des Zugverkehrs führte. Er durchschwamm auch mehrere Male die Donau und die Enns und hielt sich in Dörfern auf. Werden Elche jung von ihrer Mutter getrennt, verlieren sie ihre Scheu, weshalb vermutlich auch Emil keine Angst vor Menschen zu haben schien.
Das Ende von Emils Reise

Bereits in Tschechien wurde der Vorschlag diskutiert, das Tier zu betäuben und im Böhmerwald auszusetzen. In Österreich gab es die eigens eingerichtete SOKO Elch, die sich Emil annehmen sollte. Tierschützer kritisierten die Idee, Elch Emil zu betäuben oder gar zum Abschuss freizugeben.
Die letzte Sichtung von Emil erfolgte am Montag, den 22. September nahe der Autobahn bei Sattlstedt. Um 05:30 wurde er durch einen Schuss betäubt. Sein Ohr ist nun mit einem GPS-Tracker versehen, der ihn 30 Tage lang verfolgt und er konnte erfolgreich nahe der tschechischen Grenze im Böhmerwald ausgesetzt werden. Hier lebt eine kleine Elchpopulation, in der Emil hoffentlich glücklich wird.