Die Hagenbachklamm im Naturpark Eichenhain ist da eigentlich ein echter Fixpunkt für eine entspannte Jause am seichten Wasser. Aktuell stehen viele Ausflügler dort aber frustriert vor Absperrungen und Verbotsschildern.
Nach den heftigen Überschwemmungen im September 2024 ist der Weg durch die Schlucht komplett ruiniert und auf unbestimmte Zeit gesperrt. Ein Durchqueren ist wegen kaputter Stege und abrutschenden Felsen absolut lebensgefährlich. Aber packt die Wanderschuhe nicht gleich wieder in den Kasten: Mit dem richtigen Bypass-Weg kommt ihr nämlich trotzdem zu eurem Ausflugsziel.
Natur-Hotspot mit Millionen-Baustelle

Zuerst klären wir mal, was eine Klamm überhaupt ist. Im Grunde sprechen wir hier von einer tief in den Fels geschnittenen Schlucht, die sich das Wasser des Hagenbachs über Jahrtausende mühsam gegraben hat. Genau dieses unbändige Wasser wurde der Route zum Verhängnis. Die Schäden an Wegen und Sicherungen sind so massiv, dass die Sanierung rund 3,3 Millionen Euro verschlingt und frühestens Ende 2026 abgeschlossen sein wird.
Zusätzlich gibt es weiter unten am Bach ein kontrovers diskutiertes Hochwasserschutzprojekt.. Das Bachbett wird dort in den kommenden Jahren verbreitert und naturnah bepflanzt, um die Häuser der angrenzenden Gemeinde St. Andrä-Wördern vor weiteren Fluten zu bewahren. Kritiker befürchteten im Vorfeld teils zu schwere Eingriffe in das Ökosystem, während die Projektbetreiber den dringenden Schutz der Anrainer bei Starkregen in den Vordergrund stellen.
Die clevere Umleitung zu den Adlern

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Vor Ort gibt es eine offizielle Umleitungsroute, den Ristlweg, der euch sicher nördlich an der gesperrten Gefahrenzone vorbeiführt. Rechnet für diesen gemütlichen Schlenker einfach mit einem etwas längeren Umweg, um das Gebiet zu umrunden.
Euer eigentliches Ziel am Ende der Wanderung ist ohnehin voll im Betrieb: Die Greifvogelzuchtstation Hagenbachklamm bei Unterkirchbach hat ihre Tore an Wochenenden und Feiertagen von 9:30 bis 17:00 Uhr geöffnet. Mit über 300 Tieren, von massiven europäischen Uhus bis hin zum riesigen Andenkondor, ist sie eine der größeren privaten Greifvogelzuchtstationen Österreichs. Da es sich um eine reine Zucht- und Pflegestation handelt, gibt es keine lauten Flugshows, dafür könnt ihr die Vögel ganz in Ruhe beobachten.
Wie ihr am besten von Wien anreist

Die Anreise klappt aus Wien auch ohne eigenes Auto richtig leiwand. Ihr hüpft einfach in die S-Bahn bis St. Andrä-Wördern und nehmt von dort den Bus direkt zur Station „St. Andrä/Hagentale“. Wer nach dem Marsch über den Ristlweg ordentlich Hunger bekommt, kann sich in Unterkirchbach in den Schanigarten des Gasthaus Marienhof setzen. Beachtet hier nur: Montag und Dienstag ist Ruhetag, da müsst ihr euch die Jause selbst im Sackerl mitbringen.