S-Bahn, U-Bahn, Bus, Tram – Wien hat sie alle. Doch für letztere gibt es einen kuriosen Wettbewerb, der dieses Jahr in Wien ausgetragen wird. Die Tram-EM gibt es bereits seit 2012, dieses Jahr findet nun das erste Mal die Tram-WM statt. 25 Teams aus 25 Nationen nehmen teil und treten in acht Disziplinen gegeneinander an. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, verfolgt die Meisterschaft über den Livestream auf tramwm.com.
📍 Ort: Rathausplatz, 1010 Wien
📅 Termin: 13. September, ab 10 Uhr
💶 Preisinformation: Kostenlos
Die Geschichte der Tram-EM

Die Idee stammt aus Deutschland: Zum 140. Geburtstag der Dresdner Straßenbahn wurde 2012 die allererste Europameisterschaft der Tramfahrer und -fahrerinnen ausgetragen. Seither wird sie jährlich in einer europäischen Stadt von dem dortigen Verkehrsbetrieb organisiert. Wien war 2015 schon einmal Austragungsort. Nun, 10 Jahre später, hat unsere Hauptstadt die Ehre die allererste Tram-Weltmeisterschaft zu veranstalten.
Den EM-Titel haben wir übrigens schon einmal 2023 im rumänischen Oradea gewonnen. Absoluter Spitzenreiter ist jedoch Budapest mit ganzen drei gewonnenen Meisterschaften. Die heuer stattfindende Weltmeisterschaft kommt durch die Nachfrage außereuropäischer Trambahn-Betriebe zustande, die sich ebenfalls messen wollen.
Der Ablauf der Tram-WM

Der Wettkampf beginnt um 10 Uhr mit einer Begrüßung und der Vorstellung der 25 Teams. Um 11 Uhr geht es ans Eingemachte, wenn die eigentliche Meisterschaft in die erste Wettkampfrunde geht. Bis 13:30 Uhr messen sich die Fahrenden in den ersten Disziplinen. Es folgt eine einstündige Pause mit kulturellem Programm, bevor am Nachmittag um 14:30 Uhr die zweite Wettkampfrunde startet. Um 17 Uhr folgt dann die Siegerehrung des allerersten Tram-Weltmeisters.
Die Disziplinen der Tram-WM

Gemessen wird sich in den folgenden acht Disziplinen:
- Stop & Go: Ein mit Wasser gefüllter Becher darf beim Bremsen und Anfahren möglichst nicht verschüttet werden
- Geschwindigkeit halten: Mit verdecktem Tacho müssen die Tramfahrer für 20 Meter exakt 25 km/h fahren.
- Zielbremsen: Die Tram muss an einer bestimmten Bodenmarkierung genau zum Stehen kommen.
- Tram-Bowling: Ein riesiger Ball wird von der Tram angestoßen, um möglichst viele Luftsäulen umzukegeln.
- Rückwärtsfahren: Ein Fahrer befindet sich in der Kabine, während seine Teammitglieder versuchen, ihn mit Pfeilen anzuleiten. Die Tram muss rückwärts bis zu einer bestimmten Markierung manövriert werden und hier zum Stehen kommen.
- Seitlicher Abstand: Ein Teammitglied platziert ein Hindernis und der Tramfahrer muss versuchen, so nah wie möglich an dieses heranzufahren, ohne es zu berühren.
- Exakter Stop: Die Tram muss so zum Halten gebracht werden, dass sich die zweite Tür exakt an einer Bodenmarkierung befindet.
- Tram-Curling: Die Tram schiebt eine Draisine an und versucht diese so zu beschleunigen, dass sie in einem bestimmten Zielbereich ankommt.
Wer sich vorab bereits mit den Wettkämpfen vertraut machen möchte, findet Videos auf den Seiten der Wiener Linien, die die einzelnen Disziplinen demonstrieren.
Die Teilnehmer

Für die Wiener Linien konnten sich Florijan Isaku und Elisabeth Urbanitsch gegen 40 weitere Bimfahrer und -fahrerinnen durchsetzen. Insgesamt nehmen Teams aus 25 Ländern und von 6 Kontinenten teil. Das sind die teilnehmenden Teams der diesjährigen Tram-WM:
- Berlin & Leipzig (Deutschland)
- Brünn (Tschechien)
- Brüssel (Belgien)
- Budapest (Ungarn)
- Casablanca (Marokko)
- Dublin (Irland)
- Edinburgh (Schottland)
- Florenz (Italien)
- Hongkong (China)
- Kiew (Ukraine)
- Melbourne (Australien)
- Oradea (Rumänien)
- Oran (Algerien)
- Oslo (Norwegen)
- Paris (Frankreich)
- Posen (Polen)
- Riga (Lettland)
- Rio de Janeiro (Brasilien)
- Rotterdam (Niederlande)
- San Diego (USA)
- Stockholm (Schweden)
- Tampere & Helsinki (Finnland)
- Teneriffa (Spanien)
- Wien (Österreich)
- Zagreb (Kroatien)