Wenn man vor der Burg steht, fühlt man sich sofort in ein anderes Jahrhundert versetzt. Die massive Anlage im Waldviertel ist keine nachgebaute Kulisse, sondern ein echtes Stück Geschichte aus dem 12. Jahrhundert. Im Gegensatz zu vielen anderen Festungen wurde dieser Bau nie von Feinden eingenommen oder zerstört. Vor vielen hunderten von Jahren lebten hier etliche Grafen und Gräfinnen.
Die dicken Steinmauern, die charakteristischen Türme mit Kegeldächern und die historischen Pechnasen sehen heute noch fast genauso aus wie vor Hunderten von Jahren. Um überhaupt in den Innenhof zu kommen, müsst ihr zwei echte Zugbrücken überqueren.
Ein richtig spannendes Detail zur Geschichte: Burg Heidenreichstein ist einer der wenigen Adelssitze drüben im Waldviertel, die 1945 weder geplündert noch verwüstet wurden. Ihr spaziert hier also durch echte Originalsubstanz und keine nachgebauten Räume. Zudem ist die Anlage kein reines Schaustück, sondern eine der wenigen österreichischen Burgen, die tatsächlich noch das ganze Jahr über bewohnt werden.
Die heutigen Besitzer haben sich allerdings ganz pragmatisch in die Nebengebäude der Vorburg einquartiert. Wer kann es ihnen verübeln – die massiven Steinmauern der Hauptburg sind im Winter schlichtweg ein bisserl zu frisch und unfassbar schwer zu heizen.
Geführte Touren und versteckte Gänge

Einfach so auf eigene Faust durch die Gänge spazieren, spielt es hier allerdings nicht. Die Innenräume könnt ihr ausschließlich mit einer geführten Tour besichtigen. Die reguläre Saison läuft von Ende März bis Anfang November.
Für 11,80 Euro pro Erwachsenem werdet ihr rund eine Stunde durch die alten Gemäuer geführt. Wer noch tiefer eintauchen will, bucht sich für fünf Euro Aufpreis eine weitere Tour mit dem Geheimgang oder über die Burgherrengeschichten dazu. Die Führungen starten von Dienstag bis Sonntag jeweils um 9:30, 11:00, 14:00 und 15:30 Uhr.
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Bewohnt und gepflegt wird die Anlage heute von der Familie Kinsky. Statt Filmcrews findet ihr hier im Sommer hin und wieder kleine Theateraufführungen direkt im äußeren Burghof.
Was man auf den ersten Blick nicht findet

Wenn ihr schon mal oben im Norden seid, dürft ihr den Naturpark Heidenreichsteiner Moor auf keinen Fall auslassen. Der liegt quasi ums Eck und der Zugang zum Areal ist komplett kostenlos.
Dort spaziert ihr über einen massiven Prügelsteg direkt durch die feuchte Moorlandschaft und könnt euch das Naturdenkmal „Hängender Stein“ anschauen. Wer nach der Führung noch ein bisserl ausrasten will, findet hier die perfekte ruhige Kulisse fernab vom Stadtlärm.
Von Wien aus plant ihr für die Anreise am besten knapp zwei Stunden mit dem Auto ein. Mit den Öffis ist es ein bisserl mühsamer. Da fahrt ihr mit der Franz-Josefs-Bahn bis Gmünd und steigt dann in den regionalen Bus um, was insgesamt gut zweieinhalb Stunden dauert.