Der März liefert die ersten 15-Grad-Tage und halb Wien überlegt hektisch, wo man am Wochenende schnell das Gesicht in die Sonne halten kann und den besten Sonnenuntergang findet. Lasst den vollen Donaukanal mal links liegen.
Nur knapp 45 Autominuten vom Zentrum entfernt wartet Podersdorf am See. Jetzt, im Frühling, hat der Ort einen massiven Vorteil: Ihr habt das Areal fast für euch allein. Hier sind die harten Fakten für euren Frühlings-Ausflug.
UNESCO-Welterbe mit 1,5 Metern Wassertiefe
Bevor ihr am Ufer spaziert, kurz zu den geografischen Basics: Der Neusiedler See ist kein klassischer Badesee, sondern der größte Steppensee Mitteleuropas. Er hat keinen natürlichen Abfluss und speist sich fast ausschließlich aus Niederschlag.
Mit einer maximalen Tiefe von gerade mal 1,5 bis 2 Metern gleicht unser geliebtes „Meer der Wiener“ stellenweise eher einer gigantischen Lacke.
Das trübe Wasser und der weiche, schlammige Boden sind kein Schmutz, sondern aufgewirbelte Schwebstoffe, die extrem mineralstoffreich sind. Genau diese besondere Beschaffenheit von Flora und Fauna hat der Region übrigens schon 2001 den UNESCO-Welterbe-Titel eingebracht.
Kein Schilf, dafür endlose Weite

Podersdorf hat einen massiven geografischen Vorteil: Es ist die einzige Gemeinde am Neusiedler See mit einem komplett schilffreien Seezugang.
Das bedeutet für euch: Direkte zwei Kilometer freie Sicht am sogenannten PodoBeach. Ins Wasser springen aktuell nur die absolut Schmerzfreien bei kühlen 8 Grad Wassertemperatur. Dafür könnt ihr am flachen Ufer kilometerweit spazieren, ordentlich durchatmen und einfach mal ausrasten, ohne über fremde Handtücher zu stolpern.
Zwischen dickem Neopren und Frühlingssonne

Die Zeiten, in denen es hier im Frühjahr komplett ausgestorben war, sind vorbei. Das Strand-Areal ist smart aufgeteilt:
- PODOactive: Hier regiert schon jetzt der Wassersport. Im März bläst der Nordwestwind oft verlässlich. Podersdorf ist der Hotspot für Kitesurfer, die sich in dicken Neoprenanzügen aufs Brett hauen. Ziemlich leiwand zum Zuschauen vom sicheren, trockenen Ufer aus.
- PODOplay: Der Bereich für Familien. Die riesigen Motorikparks und Klettergerüste sind im Frühling ideal, weil sich die Kids austoben können, ohne in der prallen Hitze zu verglühen.
- PODOrelax: Schnappt euch die erste Frühlingssonne auf den Holzbänken am Steg.
Gut zu wissen: Im März zahlt ihr oft noch keinen oder nur einen stark reduzierten Eintritt ins PodoBeach-Gelände. Erst ab Mai (offizieller Badesaison-Start) wird der reguläre Tageseintritt von rund 12 Euro fällig.
Der erste Schanigarten-Spritzer des Jahres

Ein Ausflug ins Burgenland ohne Kulinarik ist ein verlorener Tag. Podersdorf ist umgeben von Weinbergen und im März erwachen die ersten Heurigen und Lokale im Ort aus dem Winterschlaf.
Holt euch nach dem windigen Spaziergang ein gscheites Winzerweckerl und den ersten weißen Spritzer der Saison im Freien. Wenn ihr euch ein windgeschütztes Platzerl an einer Hausmauer sucht, fühlt sich der März gleich an wie Mitte Mai.
Wann ihr das beste Leuchtturm-Foto abstaubt

Der 12 Meter hohe Leuchtturm an der Mole (übrigens erst 1998 erbaut) ist das absolute Wahrzeichen von Podersdorf. Im Hochsommer müsst ihr euch für ein Foto fast anstellen. Im März gehört die Mole euch.
Unser Tipp für das perfekte Licht: Kommt exakt eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang. Da es noch nicht auf Sommerzeit umgestellt ist, verschwindet die Sonne aktuell schon kurz nach 18 Uhr hinter dem See. Setzt euch auf die großen Steine am Steg – das raue Frühlingslicht ist hier am frühen Abend absolut unschlagbar.