Sobald der markante, würzige Knoblauchgeruch durch die feuchten Laubwälder zieht, wissen wir: Die Saison ist eröffnet. Damit ihr eure Ernte bei einem Frühlingsspaziergang am Wochenende in völliger Entspannung einfahren könnt, haben wir uns in und um die Stadt für euch umgesehen. Also macht euch bereit, zieht die Wanderschuhe an, schnappt euch ein Sackerl und wir legen los.
Wir zeigen euch, wo die grünen Teppiche tief im Wald leuchten und wie ihr vermeidet, dass aus dem gesunden Frühlings-Pesto ein Fall für die Notaufnahme wird.
Wo ihr euer Sackerl in Ruhe füllt

Im Schwarzenbergpark in Neuwaldegg müsst ihr nur die Augen offen halten. Direkt entlang der Schwarzenbergallee wächst der Bärlauch auf beiden Seiten des Weges in absoluter Fülle. Ganz hinten beim Aufstieg Richtung Hameau habt ihr das weitläufige Areal meistens fast für euch allein.
Ein richtiges Paradies tief im 10. Bezirk ist die Löwygrube. Direkt am Rand des Laaer Waldes wächst der wilde Knoblauch massenhaft.
Wenn es euch eher in den Westen zieht, steuert Dornbach im 17. Bezirk an. Rund um die historische Eselstiege und direkt entlang des Stadtwanderwegs gedeiht das Kraut in riesigen Mengen.
Auch der Norden hat einiges zu bieten: Startet am Bisamberg auf der Stammersdorfer Seite am besten beim Parkplatz Sendergasse. Wenn ihr dort querfeldein in die lichten Wälder spaziert, findet ihr schnell Ecken, die bummvoll mit Bärlauch sind.
Wer eine kurze Fahrt nicht scheut, fährt Richtung Süden nach Perchtoldsdorf. Tief drin in den Föhrenbergen, weitab der bekannten Heide-Routen, warten massive, unberührte Bärlauchfelder darauf, von euch entdeckt zu werden.
Tödliche Doppelgänger: So bleibt ihr sicher

Bevor ihr jetzt motiviert loszieht, müsst ihr beim Pflücken genau hinschauen. Jedes Jahr landen Leute im Spital, weil sie den Bärlauch mit den hochgiftigen Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen verwechseln. Der Geruchstest – also die Blätter zwischen den Fingern reiben – ist zwar ein leiwander Trick, reicht aber nicht, wenn eure Hände ohnehin schon nach dem ersten gepflückten Blatt extrem nach Knoblauch riechen.
Achtet beim Sammeln zwingend auf die botanischen Details. Der echte Bärlauch verrät sich dadurch, dass jedes Blatt einen eigenen, deutlich erkennbaren Stiel besitzt. Zudem ist die Blattunterseite immer matt.
Ganz anders verhält es sich beim giftigen Maiglöckchen. Hier wachsen meist zwei Blätter an einem gemeinsamen Stängel, und die Blattunterseite glänzt stark im Sonnenlicht. Noch tückischer ist die giftige Herbstzeitlose. Sie sprießt meist ohne sichtbaren Stiel direkt aus dem Boden heraus, wobei sich die Blätter oft umeinanderrollen.
Unser Tipp für die perfekte Ernte

Startet eure Tour am besten von Mitte März bis Anfang Mai, bevor die charakteristischen weißen Blüten sprießen. Sobald der Bärlauch blüht, steckt er seine Energie in die Blüte, verliert massiv an Aroma und die Blätter schmecken leicht bitter.