In Wien gibt es gleich mehrere Schlösser, die von euch entdeckt werden können. Was uns dagegen fehlt, ist eine imposante Burg. Glücklicherweise gibt es im Umland mehr als genug, die ihr auf einem Tagesausflug erkunden könnt, wie Kreuzenstein oder die Franzensburg bei Laxenburg. Besonders gut erhalten ist die Burg Rappottenstein in Niederösterreich, die seit mehr als 870 Jahren auf einem Granitfelsen über den Wäldern thront.
Die Burg, die niemand erobern konnte

Burg Rappottenstein entstand im Jahre 1150 durch das Ministerialgeschlecht Kuenring und verdankt ihren Namen ihrem Gründer Rapoto von Kuenring. Sie lag im Zentrum des Besitzes der Kuenringer und war eine bedeutende Wehranlage, die das Waldviertel u. a. vor einem Einfall der Böhmen schützte. Tatsächlich konnte die Burg mit ihren massiven Mauern, den fünf Vorhöfen und acht Toren nie eingenommen werden, auch wenn es durchaus Versuche dazu gab.
1597 belagerten aufständische Bauern Burg Rappottenstein, die damals längst nicht mehr im Besitz der Kuenringer, sondern der Herren von Landau war. Ganze 30.000 Bauern versammelten sich, doch ihr Mühen waren vergebens; sie konnten die Burg nicht erobern. Knapp 50 Jahre später versuchten es die Schweden, doch auch sie scheiterten an der Befestigung. Dadurch, dass es nie jemandem gelang, Rappottenstein einzunehmen, ist die Burg heute eine der am besten erhaltenen Anlagen des Landes. Ihre Architektur spiegelt die drei Bauphasen der Burg wider, da sie Elemente der Romanik, der Gotik und der Renaissance aufweist.
Spuk auf Burg Rappottenstein

Die Höhenburg der Kuenringer mag nie physisch erobert worden sein, doch das heißt nicht, dass sie nicht auf andere Art und Weise heimgesucht wird. Der Sage nach sollen zwei der Brüder Kuenring miteinander im Clinch gelegen haben. Einer der beiden versuchte den anderen im Schlaf zu ermorden, da er die selbe Frau liebte wie sein Bruder. Dieser erwachte bevor der nächtliche Anschlag gelingen konnte und griff zu seinem Schwert, das neben dem Bett bereit stand. Im darauffolgenden Kampf kamen beide um. Heute sollen ihre Geister noch immer jede Nacht für eine Stunde im Schlafgemach des Bruders miteinander kämpfen.
Magnet für Besucher, Film und Fernsehen
Dass es auf Burg Rappottenstein angeblich spukt, hält die Unterhaltungsindustrie nicht davon ab, die als Drehort zu benutzen. Ihr könnt die Anlage gleich in mehreren Produktionen bewundern. Das Märchen „Eisenhans“ sowie der Historienfilm „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ spielen beide auf Rappottenstein und ProSieben produzierte die Sendung „Die Burg – Prominent im Kettenhemd“ in den Gemäuern. Der bekannteste Film, der Szenen auf Rappottenstein zeigt, dürfte aber „Die Wanderhure“ aus dem Jahre 2010 sein. Über 9 Millionen Menschen sahen den Film bei seiner Erstausstrahlung und damit auch Burg Rappotenstein.
Wenn ihr euch die Anlage jedoch lieber in echt als nur auf dem Bildschirm ansehen wollt, dann könnt ihr das ab Ostern wieder tun. Dann startet Burg Rappottenstein in die Saison 2026 und lädt euch zur Besichtigung ein. Mehrmals am Tag könnt ihr an den rund 50-minütigen Führungen teilnehmen, die euch durch die Vorhöfe, die Kapelle, den Burggarten und ins Verlies führen. Im Anschluss stärkt ihr euch in der Burgschenke bei Kaffee und Kuchen oder anderen Köstlichkeiten. Im Sommer finden während der Klangburg auch heuer wieder Konzerte und musikalische Darbietungen statt. Und falls ihr etwas zu feiern habt, könnt ihr verschiedene Räumlichkeiten der Burg für eure Zwecke buchen.
📍 Ort: Burg Rappottenstein, Rappottenstein 85, 3911 Rappottenstein
📅 Termine: Von Ostern bis Oktober geöffnet
💶 Preisinformation: Führungen für Erwachsene 14€, ermäßigt 12€, für Kinder 6€