In einer Großstadt wie Wien ist immer etwas los und so sehr wie diese Lebendigkeit zu schätzen wissen, so anstrengend ist sie manchmal auch. Zwischendurch benötigt es einfach ein bisschen Wellness zur Entspannung, z. B. in einem Spa oder in einer Therme. Am besten kombiniert ihr eure kleine Auszeit mit einem Ausflug ins Umland, um richtig abschalten zu können, beispielsweise nach Baden bei Wien. Die Kurstadt im Wienerwald ist die ideale Oase der Ruhe, die schon die Habsburger und Komponisten Österreichs zu schätzen wussten.
Jahrtausendealte Schwefelquellen

Baden bei Wien liegt an der sogenannten Thermenlinie und gilt als eine der bedeutendsten Kurstädte Europas. Schon die Römer wussten die heißen Schwefelquellen zu schätzen und verliehen dem Ort den Namen Aquae. Das Wasser kommt aus insgesamt vierzehn Quellen, welche die schwefelhaltigsten des Landes sind.
Ihre Bedeutung als Heilbad behielt die Stadt über die Jahrtausende und war auch bei der österreichischen Bevölkerung sehr beliebt. Komponisten wie Haydn, Mozart und Beethoven waren hier öfters zu Gast. Mozart komponierte in Baden nachgewiesenermaßen Teile der Zauberflöte und Beethoven schuf hier den vierten Satz seiner 9. Sinfonie, die heutige Europahymne „Ode an die Freude“.
Auch der Adel wusste Baden bei Wien zu schätzen. Kaiser Franz der I. bezog hier seine Sommerresidenz und selbst Napoleon verbrachte eine Zeit in der Kurstadt, da seine Frau in derselben lebte. Während der Märzrevolution flüchteten die Habsburger sich nach Baden, weshalb man manchmal auch von der „Kaiserstadt“ spricht. Sie selbst ist Geburtsort bedeutsamer österreichischer Kunst- und Kulturschaffender wie Katharina Schratt und Max Reinhardt.
Baden bei Wien: Biedermeier & Bäder

Seit einem Brand in 1812 ist die Architektur Badens stark vom Biedermeier geprägt. Das Stadtbild ist sehr elegant, was dem Namen Kaiserstadt gerecht wird. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das Casino, welches direkt am Rande des Kurparks liegt und das alte Theresienbad ersetzt. Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Bälle statt. Daneben gibt es viele weitere sehenswerte Bauten, wie das Rathaus, das Äquadukt und die Schlösser. Im ehemaligen Wohnhaus Beethovens findet ihr heute ein Museum, in dem ihr mehr über das Leben und Schaffen des Komponisten erfahren könnt.
Seit 2021 gehört Baden bei Wien zu einer der 11 bedeutendsten Kurstädte Europas und gilt als UNESCO-Weltkulturerbe. Deshalb könnt ihr die Stadt natürlich nicht besuchen, ohne selbst einmal baden zu gehen. In der Römertherme schwimmt ihr in Schwefelwasser, schwitzt in der Sauna und lasst euch bei der Massage verwöhnen. Wer es aktiver mag, nimmt an der Aqua Fitness teil. Im Sommer besucht ihr mit dem Thermalstrandbad eines der größten Erlebnisbäder in ganz Österreich und durchschreitet den längsten Sandstrand der Republik.