Ein Blick über die Dächer von Wien ohne die rot-weißen Gondeln im Prater? Völlig undenkbar! Das Wiener Riesenrad thront seit dem Jahr 1897 über der Stadt und zählt zu den ältesten noch betriebenen Riesenrädern der gesamten Welt. Ursprünglich als spektakuläre Attraktion zum 50. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. errichtet, hat das 64,75 Meter hohe Bauwerk in den letzten 127 Jahren so einiges erlebt.
Ob verheerende Brände, Hollywood-Dreharbeiten oder dramatische Umbauten. Das Wahrzeichen hat sich seinen Weg durch die Jahrzehnte gebahnt und lockt jedes Jahr Hunderttausende Besucher in den Wurstelprater.
Vom technischen Meisterwerk zum zeitlosen Wahrzeichen

Die englischen Ingenieure Walter Basset und Harry Hitchins entwarfen das gigantische Stahlrad, das bei seiner Eröffnung als eine absolute Ingenieursleistung der Moderne galt. Mit einer Gesamtmasse von rund 430 Tonnen bewies das Riesenrad schon damals, wie nah Technik und Entertainment beieinanderliegen können. Wenn ihr heute in eine der Kabinen steigt, genießt ihr nicht nur einen unvergleichlichen Panoramablick über die Bundeshauptstadt, sondern spürt auf Schritt und Tritt den historischen Charme vergangener Zeiten.
Das Geheimnis um die verschwundenen Gondeln
Doch wenn ihr historische Fotos des Riesenrads betrachtet, wird euch sofort ein entscheidendes Detail auffallen. Früher drehten sich deutlich mehr Waggons im Kreis. Warum hängen heute eigentlich nur noch 15 statt der ursprünglichen 30 Gondeln an der riesigen Stahlkonstruktion?
Des Rätsels Lösung liegt in den dunkelsten Kapiteln der Wiener Stadtgeschichte. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Prater-Gelände schwere Schäden. 1944 geriet das Riesenrad durch einen verheerenden Brand nach Bombentreffern komplett in Flammen, woraufhin alle 30 hölzernen Gondeln völlig vernichtet wurden. Als die Wienerinnen und Wiener das Wahrzeichen 1947 wieder aufbauten, herrschte akuter Materialmangel.
Zudem stellten die Ingenieure fest, dass die gesamte Konstruktion durch das Feuer stark geschwächt worden war. Um die Statik nicht zu überlasten und extreme Sicherheitsstandards zu gewährleisten, montierte man schließlich nur noch jeden zweiten Waggon. Aus der einstigen Notlösung entstand der charakteristische Look, den ihr heute kennt.
So plant ihr euren Ausflug zum Riesenrad

Für eure Anreise mit den Öffis nehmt ihr am besten die U-Bahn-Linie U1 oder U2 bis zur Station „Praterstern“, von wo aus es nur wenige Gehminuten bis zum Riesenradplatz sind. Reist ihr lieber mit dem eigenen Auto an, stellt ihr euren Wagen am bequemsten in der kostenpflichtigen Pratergarage in der Ausstellungsstraße ab.
Ort: Riesenradplatz 1, 1020 Wien
Datum und Uhrzeit: Ganzjährig geöffnet, täglich ab 09:00 Uhr
Dauer: Eine Fahrt dauert etwa 12 bis 15 Minuten
Kosten: Erwachsene 14,00 € (Kinder ermäßigt)
Website: www.wienerriesenrad.com