Wen es am Wochenende aus Wien heraus in eines der umliegenden Dörfer oder Städtchen unternehmen möchte, der hat die Qual der Wahl. Orte wie Perchtelsdorf oder Hainburg an der Donau nehmen euch mit auf eine Zeitreise ins Mittelalter und lassen euch den Alltag für eine Weile vergessen. Gerade Hainburg in Niederösterreich zeichnet sich durch seine gut erhaltene Stadtbefestigung aus und führt euch auf die Spuren der Vergangenheit. Zwischen zwei europäischen Hauptstädten gelegen, fühlt ihr euch hier fast schon wie in einer Parallelwelt, die es zu entdecken gilt.
Eindrucksvolle Befestigung

Hainburg an der Donau grenzt direkt an Wiens Twin City Bratislava und gilt damit als die östlichste Stadt Österreichs. Sie fand erstmals im Nibelungenlied Erwähnung, als Übernachtungsort von Kriemhild und Etzel auf ihrer Hochzeitsreise. Bereits ab 1050 entstand die Heimenburg, deren Ruine heute noch über der Stadt Hainburg thront. Im 13. Jahrhundert wurde die Befestigung weiter ausgebaut, welche in Teilen heute noch vorhanden ist. Die Stadt verfügt noch immer über 2,5 Kilometer der damaligen Stadtmauer, ebenso wie drei der Stadttore und ganze 15 Türme.
Eines dieser Tore ist das Wienertor, welches als das größte erhaltene Stadttor aus dem Mittelalter in Europa gilt. Es handelt sich um ein Doppelturmtor mit frühgotischer Überbauung aus dem 13. Jahrhundert, das 20 Meter in der Höhe misst. Im Inneren findet ihr ein heimatkundliches Museum, das Stücke aus dem 30-jährigen Krieg und der Zeit der Industrialisierung präsentiert. Das Museum könnt ihr von Mai bis Oktober für 5€ Eintritt besuchen.
Mittelalterliches Hainburg

Neben dem Wienertor könnt ihr natürlich auch den Rest der Stadtbefestigung besichtigen, darunter das Ungartor und das Fischertor, sowie die verschiedenen Türme. Am besten begebt ihr euch auf den Stadtmauerrundweg, um die Anlage in ihrer Gänze zu besichtigen. Für den Rundweg benötigt ihr ca. 45 Minuten. Auch die Ruine der alten Heimenburg könnt ihr auf eurem Ausflug besuchen. Jedes Jahr finden hier die Burgspiele für all jene statt, die nicht genug Mittelalter bekommen können.
Auch das Stadtzentrum von Hainberg ist einen Abstecher wert. Hier findet ihr die Mariensäule, die als eine der schönsten Rokoko-Säulen in Österreich gilt. Die Pfarrkirche bildet das Zentrum und beeindruckt im Inneren mit ihren Kronleuchtern und der imposanten Orgel. Einen Kontrast dazu bildet der gläserne Bau der modernen Martin-Luther-Kirche. Das ehemalige Zentrum bildet der Anger, auf dem ihr heute noch den Karner und den Pranger vorfindet. Der Komponist Joseph Haydn konnte sich mit einer Büste und einem Brunnen gleich zweimal in Hainburg verewigen lassen. Falls ihr nach dem Ende eures Besuchs noch weiterreisen wollt, könnt ihr mit dem Bus von Hainburg nach Bratislava fahren, um direkt die nächste Stadt zu erkunden.