Habt ihr euch schon mal auf eine Parkbank gesetzt, die zehn Meter unter Wasser steht? Im Frühling passiert in der Steiermark genau das. Wenn die Temperaturen steigen und der Schnee im Hochschwab-Massiv schmilzt, füllt sich ein trockenes Becken bei Tragöß-Sankt Katharein rasant mit kristallklarem Schmelzwasser.
Was im Herbst ein harmloser Wanderweg ist, liegt ab Mai plötzlich auf dem Grund eines leuchtend grünen Sees. Falls ihr also den Frühling in Wien für einen Tag hinter euch lassen wollt, habt ihr hier ein ziemlich leiwandes Ziel vor der Nase.
Warum das Wasser plötzlich alles schluckt
Der Grüne See ist kein normales Gewässer, das das ganze Jahr über gemütlich vor sich hin plätschert. Im späten Winter gleicht das Areal eher einer kleinen Lacke. Doch sobald die Schneeschmelze einsetzt, rauschen riesige Mengen Wasser ins Tal. Der Wasserspiegel steigt dann oft um bis zu zehn Meter an.
Dabei überflutet das eiskalte Nass die umliegende Landschaft samt Brücken, Wiesen und eben jenen berühmten Parkbänken. Durch das extrem klare, reine Quellwasser und das grüne Gras am Boden entsteht diese intensive, smaragdgrüne Farbe. Wenn ihr dieses begehrte Ausflugsziel in der Steiermark an einem sonnigen Wochenende ansteuert, müsst ihr allerdings damit rechnen, dass es bummvoll ist. Falls ihr lieber entspanntere Ausflugsziele rund um Wien sucht, haben wir natürlich auch genügend Alternativen parat.
Hard Facts für euren Ausflug
Von Wien aus seid ihr über die S6 in gut zwei Stunden im Ort Tragöß. Das Ticket für den Parkplatz kostet für ein Auto 8,00 Euro pro Tag. Nehmt euch unbedingt Kleingeld oder die Bankomatkarte mit, denn es wird streng kontrolliert.
Vom Parkplatz spaziert ihr gemütlich etwa 20 Minuten bis zum Seeufer. Der Rundweg dauert ungefähr eine knappe Stunde, je nachdem, wie oft ihr euch auf den trockenen Bänken am Rand ausrasten wollt.
Schwimmen ist hier übrigens seit 2016 komplett verboten. Das Wasser hat sowieso nur frische 4 bis 8 Grad, aber das Verbot schützt vor allem den empfindlichen Boden vor aufgewirbeltem Staub. Wer also wirklich baden will, checkt am besten unsere Liste der schönsten Seen in der Nähe von Wien aus.
Wann ihr am besten hingeht, um den Pegel-Höchststand zu erwischen

Viele fahren blind im Hochsommer hin und sind dann frustriert, wenn nur noch eine große Pfütze übrig ist. Der Wasserstand erreicht seinen absoluten Höhepunkt erfahrungsgemäß zwischen Mitte Mai und Mitte Juni. Wenn ihr die komplett versunkenen Wege sehen wollt, müsst ihr in genau diesen Wochen anreisen.
Fahrt idealerweise unter der Woche richtig zeitig in der Früh los. Dann teilt ihr euch den Weg nur mit ein paar Einheimischen. Packt euch am besten eine Jause ins Sackerl, da die Wirte rundherum an Spitzentagen ordentlich rotieren.