Wien zieht mit seinen Sehenswürdigkeiten und Architekturperlen zahlreiche Besucher an, die Tag für Tag durch unsere Stadt wandeln. Wenn ihr euch aber lieber abseits der Massen bewegt, solltet ihr euch untertage begeben. Hier verbirgt sich so mancher spannender Ort, wie der Geisterbahnhof an der Lerchenfelderstraße. Aber auch andere Locations, die keine Lost Places sind, erwarten euch im Wiener Untergrund und können von euch besucht werden. Darunter fällt auch die Grabstätte der Habsburger, in der über 150 Personen ihre letzte Ruhe fanden.
Royale Ruhestätte
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Die Kaisergruft, oder Kapuzinergruft, liegt unter dem Kapuzinerkloster und diente als Grab für Angehörige der Habsburger. Sie ist die Gruftanlage mit der größten Fläche in ganz Österreich. 1617 stiftete Kaiserin Anna das Kapuzinerkloster und verfügte in diesem Zuge den Bau der Gruft. Der Bau der Gruft dauerte ganze 11 Jahre und nach deren Fertigstellung wurden die Särge von Anna und ihrem Mann Matthias hierher überführt. Sie sind die einzigen beiden, die in der Gründergruft liegen.
Acht Erweiterungen erfuhr die Kaisergruft im Laufe der Zeit, die letzte von 1960 bis 1962. Sie verfügt über neun Räume und eine Kapelle, in denen 12 Kaiser und 19 Kaiserinnen ihre letzte Ruhe fanden, sowie zahlreiche weitere Habsburger und andere Personen. In einigen Ausnahmefällen wurden Nicht-Habsburger in der Kapuzinergruft bestattet, darunter Fürstbischof Karl Joseph III. von Lothringen und Gräfin Karoline von Fuchs-Mollard. Bis 1940 lag auch der Sohn von Napoleon mit seiner Gemahlin hier, Napoleon Franz Bonapartes. Während des Zweiten Weltkriegs ließ man ihn jedoch nach Paris überführen.
Bei den Beisetzungen der Habsburger handelte es sich für gewöhnlich um prachtvolle Staatsbegräbnisse. Sie ließen ihr Herz und ihre Eingeweide zumeist getrennt von ihrem Körper bestatten, wobei die Herzurnen für gewöhnlich in der Herzgruft liegen und die Eingeweide unter dem Stephansdom. Dies sollte den körperlichen Zerfall verlangsamen. In der Kapuzinergruft befinden sich neben 147 Leichnamen auch vier Herzurnen.
Eine Tour durch die Kaisergruft

Die Kaisergruft unterhalb des Kapuzinerklosters kann von euch besucht werden. Ihr habt dabei die Wahl zwischen einer Tour mit oder ohne Führung. An mehreren Terminen im Monat finden zusätzlich Abendführungen statt, die unter einem bestimmten Motto stehen und euch mit Informationen versorgen, die ihr bei den regulären Führungen nicht erhaltet. Die Touren werden auf deutsch und auf englisch angeboten.
Bei eurem Besuch in der Kapuzinergruft beginnt ihr in der Ausstellung vor der Leopoldsgruft und gelangt dann von hier durch die verschiedenen Räume bis in die Gruftkapelle. Unter den zahlreichen Metallsärgen sticht vor allem der Doppelsarkophag von Maria Theresia und ihrem Mann Kaiser Franz I. Stephan hervor. Diesen ziert ein Kissen mit einer Krone und einem Geschmeide, die ebenfalls aus Metall bestehen. Das neuste Grab, an dem ihr hier vorbeikommt, stammt übrigens aus 2023: Yolande de Ligne nahm den letzten freien Platz in der Kaisergruft ein.
📍 Ort: Tegetthoffstraße 2
🕐 Öffnungszeiten: täglich, 10 bis 18 Uhr
💶 Preisinformation: 15€ für einen ungeführten Besuch, 21€ für eine Führung